Letzte Wartungsarbeiten am Alpencross-Bike

Ein paar Wartungsarbeiten waren dringend nötig, bevor ich mit meinem Lapierre Fully wieder einmal die Alpen überqueren würde. Das Bike wurde von mir auf Herz und Nieren durchgecheckt, damit ich unterwegs keine unliebsamen Überraschungen erleben würde. Entsprechenden Ersatz für die Verschleißteile habe ich immer zuhause liegen, damit ich im Notfall nicht erst einkaufen gehen muss.

Die 9-fach Kette hatte einen Alpencross, dreimal Biken am Gardasee, sowie einige MTB-Touren in der Heimat auf dem Buckel. Sie wurde als erstes getauscht. Beim Ausbau habe ich das Innenlager überprüft und mir ist aufgefallen, dass es sich beim Drehen etwas rau anfühlt. Das ist zwar noch kein Grund es auszutauschen, aber ich muss es im Auge behalten. Kann gut sein, dass in den nächsten Monaten ein neues Lager fällig wird. Etwas ärgerlich daran ist, dass ich damals beim Kauf des Bikes nicht darauf geachtet habe, einen Rahmen mit Standard-BSA-Lagergewinde zu wählen. Stattdessen hat mein Lapierre-Bike ein Pressfit-Lager, welches man nur umständlich und mit Spezialwerkzeug austauschen kann.

Dann wurden die Bremsbeläge überprüft. Die hinteren sahen noch recht gut aus, da war erstaunlicherweise noch mindestens 80% des Reibematerials auf der Trägerplatte. Die vorderen waren zu etwa 50% abgenutzt. Auch die wollte ich noch nicht wechseln, das kann ich unterwegs im Bedarfsfall leicht erledigen. Zwei Paar Ersatzbremsbeläge dürfen sowieso auf keinem Alpencross fehlen.

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Die Schwalbe-Bereifung war komplett hinüber, ich hatte sie schon viel zu lange gefahren. Also kamen wieder die klassischen Nobby Nic drauf, vorne ein 2,25er, hinten ein 2,10er, natürlich die Variante mit Pannenschutz (Double Defense, Snake Skin). Dabei habe ich gleich die Laufrad-Naben und Speichen gecheckt. Die Naben waren einwandfrei. Drei Speichen am Hinterrad haben eine Macke abbekommen und waren leicht eingedellt. Allerdings war nichts locker oder abgerissen und die Beschädigung war nicht so schlimm, dass ich einen Austausch für notwendig gehalten hätte. Die Shimano-XT-Felgen waren vollständig unbeschädigt, trotz der zwei Durchschläge, die ich mir kürzlich beim Freeriden am Gardasee zugezogen hatte. Gute Qualität!

Als nächstes habe ich mir den Steuersatz angesehen, der ebenso wie die Pedallager noch sauber funktionierte. Trotzdem habe ich vorsichtshalber die Gabel ausgebaut und den Steuersatz neu eingefettet, um ihn vor eindringendem Wasser zu schützen. Federgabel und Dämpfer benötigten keine Wartung. Also habe ich lediglich noch die Sattelstütze herausgezogen, sie zusammen mit dem Sattelrohr gereinigt, neu eingefettet und wieder eingebaut. Anschließend nochmal alle Schaltzüge und Bremsleitungen überprüft. Hier durfte nichts genkickt, aufgescheuert oder sonst irgendwie ungünstig verlegt sein. Nun war das Bike wieder tiptop in Schuss.

Solch eine Wartung sollte man unbedingt rechtzeitig vor jedem Alpencross durchführen. Wenn dir Mängel am Bike auffallen, muss noch genug Zeit sein, sich ggf. Ersatzteile zu besorgen oder es im Fachgeschäft richten zu lassen.

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3 Antworten

  1. Georg sagt:

    Hallo Andi,
    Ich lasse mein Bike (2013er Modell) jährlich im Frühsommer einmal vom Fachgeschäft durchsehen und alle Macken beheben, die mir selbst aufgefallen sind. Ich habe mich jedoch immer gefragt, ob die Mechaniker dort genauso gewissenhaft vorgehen, wie du es hier beschreibst, und das Bike wirklich auf Herz und Nieren checken. Hast du damit mal Erfahrungen gemacht?
    Lieber würde ich solche Reparaturen eigentlich selbst durchführen, aber zumindest die haarigen Sachen (Bremsanlage, Gabel, Lager) will ich mir (noch) nicht recht zutrauen bzw. fehlt mir das Spezialwerkzeug dafür.

    Liebe Grüße

    • Gletschersau sagt:

      Hi Georg,
      normalerweise bekommt man vom Fahrradgeschäft eine Rechnung, auf der alle Arbeiten aufgelistet sind. Wenn du den Leuten konkret sagst, was sie warten sollen, ist die Sache ja eigentlich klar. Wenn man das nicht tut kommt es vor, dass alle möglichen Dinge gewartet und in Rechnung gestellt werden, die nicht unbedingt nötig wären. Wie gewissenhaft ein Fahrradmechaniker arbeitet, kann man pauschal nicht sagen. Es gibt jede Menge fähige Leute, es gibt aber auch (wie in jedem Beruf) schwarze Schafe, die wenig Ahnung haben. Du solltest einen Fahrradmechaniker wählen, von dem du weißt, dass er gute Arbeit abliefert.
      Davon abgesehen kann man natürlich das meiste auch selbst erledigen, wenn man Interesse und ein wenig handwerkliches Geschick mitbringt und sich einliest. Das ist alles kein Hexenwerk. Viel Spezialwerkzeug braucht man normalerweise nicht, und oft ist das auch nicht teuerer als eine Arbeitsstunde im Fahrradgeschäft. Wovon ich allerdings die Finger lassen würde sind Hydraulikbremsen mit DOT und luftgefederte Gabeln/Dämpfer. Dafür gibt es spezialisierte Fachhändler. Deswegen verwende ich auch nur Bremsen mit Mineralöl und Gabeln mit Stahlfeder. Mehr dazu hier:
      Bremsen: https://www.gletschersau.de/aufbau-freeride-bike-teil-2-komponenten/#bremsfluessigkeit
      Federgabel: https://www.gletschersau.de/aufbau-freeride-bike-teil-1-rahmen-federelemente/#federelemente

      • Georg sagt:

        Alles klar, danke für das ausführliche Feedback!
        Ich habe da in den letzten Jahren auch schon die verschiedensten positiven und negativen Erfahrungen gemacht, daher beruht mein Vertrauen gegenüber Mechanikern immer auf etwas Skepsis (die Rechnung stimmt auch nicht immer)…
        Mit den Reparaturen hast Du wohl aber recht, ich bringe mir mit der Zeit immer mehr selbst bei. Das kann gerade am Berg auch nicht von Nachteil sein. Nur von Gabel und Dämpfer werde ich auch weiterhin brav die Pfoten lassen. Ich habe auch noch niemanden erlebt, der sich da selbst rantraut. Wohl zurecht.

        So viel jedoch zu der Materie…
        Wo auch immer Ihr momentan unterwegs seid – viel Erfolg beim diesjährigen Alpencross!

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