4 Tage Biken am Lago

Kurz vor dem geplanten Start meiner diesjährigen Alpencross-Tour habe ich noch 4 geniale Biketage am Gardasee verbracht. Auf dem Programm standen einige der besten und schwierigsten Trails am Lago.

Den Anfang machte der Monte Velo. Man muss sich erst einmal auf 1170 Hm bis Santa Barbara hochkämpfen. Vom Bahnhof in Rovereto kommend, habe ich die Straße von Loppio aus genommen. Das Bergauffahren hat allerdings wenig Spaß gemacht, weil ständig die Autos mit einem Meter Abstand vorbeibrausen. Wenn man von der anderen Seite von Bolognano aus hochfährt, ist es mit dem Verkehr wahrscheinlich nicht viel besser. Überlebt man den Uphill, kommt man in den Genuss des legendären Anaconda Freeride-Trails. Dieser steile, felsige, verblockte und kurvige Trail erfordert viel Federweg und Geschick beim Freeriden. Bei Nässe ist er wegen des teils erdigen Untergrundes sehr rutschig kaum fahrbar.

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Auf einer weiteren Tagestour bin ich über Ledro hinauf zum Passo Nota gefahren. Das war ein sehr langer und sehr steiler Uphill, der aber durchgängig gefahren werden kann. Oben auf 1250 m konnte ich endlich wieder einmal den bekannten Tremalzo-Trail inklusive des anspruchsvollen letzten Stückes nach Pregasina unter die Stollen nehmen. Da das letzte Teilstück eigentlich für Mountainbikes gesperrt ist und gelegentlich kontrolliert wird (ein Schild sucht man jedoch vergeblich), war ich froh, auch diesmal ohne Bußgeld davongekommen zu sein.

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Das dritte Highlight war die Auffahrt zum Monte Altissimo mit grandiosen Aussichten auf den Lago di Garda. Der Einstieg zum Val del Diaol – im Volksmund auch Skull Trail genannt – war nicht zu übersehen. Was mich dort erwartete, war eine Freeride-Strecke vom Feinsten. Auf dem von engagierten Bike-Enthusiasten angelegten Trail kann man sich an 3 Stellen zwischen der Expert und der „Easy“-Variante entscheiden. Auf den Expert-Stücken sind oft Holzaufbauten, Schanzen und Drops eingebaut, bei denen ich dann doch an die Grenzen meines Sicherheitsbedürfnisses gestoßen bin. Ansonsten ist der Trail (auch in der so genannten „Easy“-Variante) einer der anspruchsvollsten und genialsten Strecken, die ich jemals gefahren bin. Definitiv nichts für AllMountain-Biker oder Hardtail-Fahrer; hier ist die Fullface-Downhill-Fraktion zuhause.

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Eine letzte Tour brachte mich ebenfalls auf den Altissimo, dann ging es jedoch über den Sentiero 6 hinunter nach Navene. Während dieser Weg auf den ersten Blick an den meisten Stellen weder besonders steil noch besonders verblockt erscheint, zeigt er beim genaueren Hinsehen seine häßliche Fratze: Auf großen Strecken ist er übersät mit lockerem scharfkantigen Geröll, was das Fahren am Steilhang permanent zum Balanceakt macht und eine hohe Konzentration abverlangt. Mit der Seilbahn ging es dann auf den Monte Baldo, dann über den Kamm zum Monte Altissimo. Hier hat leider meine Hinterradbremse versagt, so dass ich nicht wie geplant den Sentiero 601 abwärts riskieren konnte, sondern den Chicken-Exit über die Strada Brentegana über Wald- und Feldwege abgefahren bin.

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Insgesamt waren es tolle Biketage am Lago, die sich insbesondere auch als Vorbereitung für meinen Alpencross gelohnt haben. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Ich bin mit meiner Fitness sehr zufrieden. Trotz langer Uphills kein Leistungseinbruch am dritten Tag.
  • Die Umstellung auf 2-fach mit Bashguard hat sich sehr bewährt. Die Kette klappert nicht mehr und bleibt auf dem Kettenblatt.
  • Meine Hinterradbremse muss dringend entlüftet werden. Das war nach dem Einbau ohnehin überfällig.
  • Die Schwalbe-Reifen Nobby Nic (hinten) und Hans Dampf (vorne) sind endgültig verschlissen und müssen getauscht werden.
  • Die Plattformpedale Shimano Saint PD-MX80 bieten einen sehr guten Halt.

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