Reparaturen unterwegs: Speichen

Wenn Fahrradspeichen bereits längere Zeit Belastungen ausgesetzt waren, ist es durchaus möglich, dass auf der Tour aufgrund von Materialermüdung eine Speiche bricht. Auch wenn während der Fahrt ein Ast oder Stein ins Laufrad fliegt, können Speichen beschädigt werden. Mir ist erst einmal am Stadtrad eine Speiche gebrochen. Jedoch hatte ich schon öfter am Mountainbike Speichen, die sich durch längere ruppige Fahrten gelockert hatten und wieder festgezogen werden mussten. Ist der Fahrer samt Gepäck sehr schwer, steigt das Risiko von gebrochenen Speichen enorm.

Man sollte eine beschädigte Speiche möglichst schnell auswechseln, da sonst beim Weiterfahren durch die ungleichmäßige Kraftverteilung andere Speichen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn unterwegs eine Hinterrad-Speiche auf der Antriebsseite bricht, hast du ein Problem. Denn zum Auswechseln der Speiche muss die Zahnkranzkassette entfernt werden, damit man Zugang zu den Löchern in der Nabe hat, durch die die neue Speiche eingefädelt werden muss. Um die Zahnkranzkassette vom Freilaufkörper abziehen zu können, benötigt man aber größeres und schwereres Werkzeug (Kettenpeitsche, Kassettenabzieher und einen großen Gabelschlüssel), und das wirst du auf einem Alpencross nicht dabei haben. Im Notfall hast du keine Wahl, als mit gebrochener Speiche zur nächsten Werkstatt zu fahren und dir dort helfen zu lassen.

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Um eine Speiche festzuziehen oder auszubauen, muss der Speichennippel in die jeweilige Richtung geschraubt werden. Damit man solche Probleme beheben kann, braucht man in erster Linie den richtigen Speichenschlüssel, da es Nippel von unterschiedlicher Form und Durchmesser gibt. Man sollte auch immer (von jedem Typ) zwei Ersatzspeichen dabei haben. Die Speichen müssen dabei zum Laufrad und der Nabe passen. Zu beachten ist, dass die Länge der Speiche vom Laufradumfang und vom Nabentyp abhängen. Es kann zum Beispiel sein, dass man für das Vorder- und Hinterrad (oft auch für links und rechts) unterschiedlich lange Speichen braucht. Wer sich unsicher ist, sollte sich im Fachgeschäft beraten lassen.

Den Zustand der Speichen überprüft man, indem man immer zwei sich überkreuzende Speichen etwas zusammendrückt. Dabei erkennt man sofort, ob eine Speiche locker oder gebrochen ist. Zum Festziehen einer Speiche muss das Laufrad nicht ausgebaut werden. Wenn man eine beschädigte Speiche auswechselt, muss das Laufrad ausgebaut werden. Bei herkömmlichen Felgen müssen Mantel, Schlauch und Felgenband entfernt werden, weil die Speiche nach dem Einfädeln in die Nabe von Innen nach Außen durch die Felge gesteckt wird, und der Nippel von Außen (also von der Reifenseite) aufgeschraubt wird. Tubeless-Felgen sind nicht durchbohrt. Hier wird die Speiche mithilfe des Nippels von der Innenseite (also von der Nabenseite) in die Felge geschraubt. Ein Entfernen von Mantel und Schlauch ist dann nicht notwendig. Achte darauf, dass die neue Speiche von der selben Richtung in die Nabe eingefädelt wird und sich mit der benachbarten Speiche auf die gleiche Weise überkreuzt!

Die Speiche muss immer genauso stramm gespannt werden, wie die restlichen Speichen. Dabei sollte man darauf achten, dass keine Acht oder kein Höhenschlag in der Felge entsteht. Eventuell muss man das Laufrad geringfügig nachzentrieren. Normalerweise verwendet man zum Zentrieren einen Zentrierständer. Unterwegs kann man aber auch ganz gut nach Augenmaß zentrieren.

Es ist vorteilhaft eine stabile Felge mit vielen Speichen, anstatt wenigen und dafür dickeren Speichen zu wählen, weil sich die Kräfte auf mehr Speichen verteilen und Felge, Speichen und Nabenflansche entlastet werden. Wichtig ist außerdem ein guter Aufbau, den man z.B. an der gleichmäßigen und hohen Speichenspannung erkennt.

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