Ausrüstung

Je nach Art des Vorhabens benötigt man individuell angepasste Ausrüstung. Die Ausrüstung für das Vorhaben Alpencross muss optimiert sein auf Gewicht, Größe und Wettertauglichkeit. Der Rucksack sollte nicht mehr als 6-10 kg wiegen, weil sonst der Spaß beim Trailfahren merklich gemindert wird. Man sollte sich unbedingt auf das absolut Notwendige beschränken und bei den einzelnen Gegenständen auf Gewicht und Packmaß achten. Im Folgenden ist die Ausrüstung beschrieben, die ich auf einer einwöchigen Alpentour verwende. Für die meisten Alpencrosser wird eine Camping-Ausrüstung jedoch überflüssig sein.

Packliste

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Mein typisches Alpencross-Gepäck

  • Ersatz-Schaltauge
  • Kettenöl
  • 5 Kabelbinder
  • stabile Schnur
  • Wasserschläuche (2×2 Liter)
  • Fotoapparat + Speicherkarten
  • Gorillapod
  • GoPro + Zubehör
  • Navi
  • Landkarten
  • Smartphone
  • Mini-Taschenlampe
  • LED-Rücklicht
  • Ersatzakkus, -batterien
  • Powerbank
  • Ladegerät für Akkus
  • Erste-Hilfe-Set
  • Messer
  • Salz
  • Sonnencreme
  • Zahnbürste und -pasta
  • Universalseife
  • Klopapier
  • Feuerzeug
  • Personalausweis
  • Alpenvereinsausweis
  • EC-Karte, Bargeld
  • Notitzzettel und Stift

Rucksack

Die wichtigsten Bedingungen, die der Rucksack erfüllen muss, sind: Ein Fassungsvermögen von mindestens 25-30 Litern, Robustheit, Regenschutz für die Ausrüstung. Die meisten Hersteller von Bike-Rucksäcken liefern Regenschutzhüllen. Ich habe verschiedene Produkte ausprobiert und diese Art von Regenschutz nie besonders gemocht. Die Schutzhüllen sind in Ordnung für kurze Regenschauer. Aber besonders bei langen Regentouren weicht der Rucksack an der Rückenseite durch. Man muss also den Inhalt zusätzlich wasserdicht in Tüten verpacken. Die Befestigung der Regenhülle ist ein nerviges Gefummel. Die Robustheit dieser Produkte war auch recht beschränkt.

Seit 2012 gibt es von Ortlieb den MountainX 31. Meiner Meinung nach der ultimative Transalp-Rucksack. Dank eines neuartigen beschichteten reißfesten Gewebes wiegt er trotz seines Volumens nur 1200 g, ist damit sogar teilweise leichter als die Konkurrenz. Natürlich ist er wasserdicht. Das Volumen ist mit 31 Litern mehr als ausreichend. Genial sind die Verschlüsse: Oben hat er den Ortlieb-typischen wasserdichten Rollverschluss. D.h. man hat etwa ±1 Liter Spielraum beim Volumen. In der Mitte hat er außerdem einen umlaufenden wasserdichten Reißverschluss. Oberhalb des Reißverschlusses befindet sich ein einknöpfbarer Zwischenboden. So kann der Rucksack in zwei Fächer (oben und unten) unterteilt und in der Mitte aufgeklappt werden. Endlich ist Schluss mit dem Gewühle! Der Rucksack hat auch eine Menge praktischer Fächer und ein sehr bequemes Tragesystem mit Belüftung. Ein weiteres nützliches Feature ist ein hermetischer Duchlass für den Trinkschlauch.

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Wasserdichter Rucksack Ortlieb MountainX 31

Fahrradtasche

Bei einem anspruchsvollen MTB-Alpencross sind am Fahrrad befestigte Taschen meistens eher hinderlich. Gepäckträger und Packtaschen gehen gar nicht, es sei denn man fährt z.B. die Via Claudia Augusta. Kleine und leichte Taschen am Sattel oder im Rahmendreieck sind akzeptabel, aber beim Trailbiken ist das Gepäck aus Gründen der Balance und Wendigkeit einfach besser auf dem Rücken aufgehoben. Wenn man sich dennoch entschließt, ein paar Gegenstände in Fahrradtaschen auszulagern, sollte man unbedingt darauf achten, dass diese beim Fahren nicht stören. Ich persönlich verwende oft kleine Fahrradtaschen für Gegenstände, die ich häufig brauche und die ich im schnellen Zugriff haben will, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen. Dazu gehören z.B. kleine Snacks für unterwegs oder Kamerazubehör.

Es gibt Rahmentaschen, die in das Rahmendreieck des Bikes eingehängt werden können. Zu große Rahmentaschen können aber das Fahrverhalten besonders auf anspruchsvollen Trails negativ beeinflussen. Oft ist es aber so, dass bei vollgefederten Rädern aufgrund des Federelementes eine Rahmentasche nur schwierig oder gar nicht befestigt werden kann. Eine kleine Satteltasche ist auch denkbar. Aber auch hier muss man aufpassen, dass die Tasche das Herunterstellen des Sattels (bei schwierigen Downhill Trails) nicht behindert, oder gar beim Einfedern des Hinterbaues auf dem Hinterrad aufsetzt. Eine Satteltasche ist bei einem Hardtail-MTB durchaus sinnvoll.

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Wasserdichte Satteltasche bei ungefedertem Hinterbau

Kleidung

Bei der Wahl der Kleidung gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Man kommt nicht umhin, verschiedene Produkte zu testen und das auszuwählen, was für einen selbst am besten passt. Eine meiner Grundregeln für die Alpen im Sommer lautet: Es ist nicht nur teuer, sondern auch unnötig, sich mit allen Mitteln vor Regen zu schützen. Sehr wichtig ist der Schutz vor dem Wind, denn der Wind kühlt einen schnell aus. Regenkleidung kann zwar vor Regen schützen, aber man wird darunter bei Anstrengung so schwitzen, dass man sowieso nass wird. So gut ist keine Membran, dass sie diese Schweißmengen nach Außen transportieren kann. Besonders dann nicht, wenn die Membran vollgeregnet und mit einem Wasserfilm überzogen ist. Hier ein paar Anregungen, welche Kleidung ich bevorzuge:

  • Bike-Shirt: Man sollte ein Langarm- und ein Kurzarm-Hemd aus Funktionsmaterial mitnehmen. Das heißt, schnell trocknendes Material, das sehr gut die Feuchtigkeit durchlässt. Man muss nicht unbedingt spezielle Radkleidung kaufen. Es gibt auch normale Sporthemden, die den gleichen Zweck erfüllen und deutlich günstiger sind. Das Langarm-Hemd ist für kühlere Tage oder hohe Pässe, an denen man aber keine Jacke tragen will, weil man sonst zu stark schwitzen würde.
  • Regenjacke: Eine möglichst leichte aber dennoch robuste Regenjacke ist zwingend notwendig. Sie schützt nicht nur vor Regen, sondern auch vor kaltem Wind. Gerade wenn man durchgeschwitzt den Gipfel erreicht hat, muss man sich vor dem Wind schützen, um sich keine Erkältung zu holen. Es sollte eine Membranjacke sein, die den Schweiß einigermaßen nach Außen transportieren kann. Meiner Meinung nach genügt eine Jacke im mittleren Preissegment. Eine Kapuze halte ich für unnötig.
  • Kurze Fahrradhose: Eine kurze Fahrradhose gehört zur Standardausrüstung. Diese wird man die meiste Zeit tragen. Ob man nun eine eng anliegende Nylonhose oder eine Shorts bevorzugt, ist jedem selbst überlassen. Die Hose sollte bequem sitzen und bis zu den Knien gehen. Eine wasserdichte Membranhose halte ich für unnötig.
  • Lange Fahrradhose: Für kalte oder regnerische Tage benötigt man zusätzlich eine lange Fahrradhose. Hier bevorzuge ich eine hochwertige Softshellhose, weil sie sehr gut vor Wind schützt, warm hält und dennoch Schweiß nach Außen transportieren kann. (Minderwertige Softshellhosen transportieren den Schweiß nicht gut und man schwitzt sehr stark darin.) Sehr praktisch ist, wenn man die Beine auf Kniehöhe mit einem Reißverschluss abtrennen kann, weil man dann automatisch eine kurze Ersatzhose hat, für den Fall dass die andere durchnässt ist. Ich verwende keine Regenhose, weil man darunter zu stark schwitzt und weil es wichtiger ist, die Beine vor dem Wind zu schützen, als vor Feuchtigkeit. Auch unter hochwertigen Regenhosen schwitzt man bei Regen sehr stark und wird von Innen nass.
  • Unterhose: Ich habe zwei Fahrradunterhosen mit Polster dabei. Ob man die Polster braucht oder nicht, ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass die Unterhosen hochwertig und so gut verarbeitet sind, dass auf der Sitzfläche keine Nähte den Hintern wundreiben. Hier sollte man zu keinen Billigprodukten greifen! Eine schlechte Unterhose kann den Alpencross zur Qual machen. Eine Ersatzunterhose sollte man nicht nur aus hygienischen Gründen dabeihaben. Auch wenn die Unterhose beim Regen nass wird, braucht man eine zum Wechseln, da man mit einer nassen Unterhose schnell ein wundes Gesäß bekommt.
  • Handschuhe: Ich bevorzuge Handschuhe mit langen Fingern. Die Handschuhe sollen vor allem vor Verletzungen beim Sturz und eventuell vor Kälte schützen. Wasserdichte Handschuhe sind nicht nötig. Man hört auch immer wieder von Tipps, bei Regen Einweghandschuhe darüberzuziehen. Das ist Unsinn, denn darunter wird man schwitzen wie verrückt. Es ist nicht so schlimm, wenn die Hände bei Regen nass werden. Sie sollten nur nicht zu sehr auskühlen.
  • Halstuch: Ein Buff aus Funktionsmaterial hat sich als äußerst praktisch erwiesen. Man kann ihn auf verschiedene Weise tragen und als Halstuch, Kopftuch, Sturmhaube, Mütze oder Gesichtsschutz tragen. Er schützt dadurch in allen möglichen Situationen vor kühlem Wind, Erkältung oder starker Sonneneinstrahlung.
  • Socken: Zwei paar Socken aus schnell trocknendem Funktionsmaterial sollte man dabei haben.
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Fahrradbekleidung

Hygieneartikel

Der Anspruch an Köperpflege und Hygiene mag für eine einwöchige Mountainbike-Tour sehr unterschiedlich sein. Ich kannte auch mal eine Person, die einen Fön im Rucksack dabeihatte. Zu den wichtigsten Dingen gehört jedenfalls, dass man sich waschen und die Zähne putzen kann, und dass man sich vor der starken UV-Strahlung auf dem Berg schützen kann. Deshalb braucht man eine Zahnbürste, Zahncreme und Sonnencreme. Außerdem sind Seife und ein Handtuch nützlich, wenn man nicht im Hotel oder in Pensionen übernachtet. Es gibt ultraleichte Microfaser-Handtücher, die schnell trocknen. Ich habe meistens noch einen Nagelschneider dabei. Alle Gegenstände sind natürlich möglichst klein und leicht. Frauen benötigen zusätzlich die für sie notwendigen Hygieneartikel (und damit meine ich nicht Makeup!).

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Hygieneartikel

Erste-Hilfe-Set

Bei einer anspruchsvollen Mountainbike-Tour kann es schon einmal vorkommen, dass man sich verletzt. Auf einem Alpencross sollte man darauf vorbereitet sein, kleinere Verletzungen selbst zu versorgen. Dazu gehören vor allem Aufschürfungen und offene Wunden. Es gibt viele Varianten von Erste-Hilfe-Sets. Ich will hier lediglich zeigen, was ich normalerweise beim Mountainbiken dabei habe. Mein Erste-Hilfe-Set besteht aus folgenden Dingen:

  • Sterile Kompressen
  • Mullbinde
  • Desinfektionsmittel
  • Pflaster
  • Rettungsdecke
  • Zeckenkarte
  • Schmerzmittel
  • Propolis
  • Glucosaminsulfat
  • Ggf. Sixtus Gesäßcreme

Das Schmerzmittel ist nur für absolute Notfälle gedacht und sollte entsprechend ärztlicher Anweisungen eingenommen werden. Propolis verwende ich vorbeugend für Erkältungen. Glucosaminsulfat hilft erstaunlich gut und praktisch nebenwirkungsfrei gegen Gelenkprobleme und Entzündungen. Die Wirkung lässt jedoch nach, wenn man es dauerhaft einnimmt. Wer zu einem wunden Gesäß neigt, sollte außerdem unbedingt eine kleine Menge Sixtus Gesäßcreme mitnehmen.

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Kleines Erste-Hilfe-Set

Schutzbekleidung

Ein Helm ist beim Mountainbiken sowieso obligatorisch. Fahrradhandschuhe würde ich dringend empfehlen, damit man sich beim Sturz nicht die Handflächen zerstört. Über Arm- und Beinprotektoren kann man nachdenken, wenn man extreme Endurotrails fahren will. Diese Art von Ausrüstung ist mir persönlich zu sperrig. Meiner Meinung nach sollte jeder seinen Fahrstil und die Risikobereitschaft selbst einschätzen und danach entscheiden, ob er Protektoren verwenden will. Wenn man gerne schwierige Trails fährt, sind Knieschoner sicher eine gute Idee. Denn das Knie wird bei Stürzen sehr oft in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem sind Knieverletzungen oft folgenschwer und können die Tour vorzeitig beenden. Es gibt relativ leichte Knieschoner zu kaufen, die auch beim Alpencross nicht zu sehr behindern.

Schlafsack

Niedriges Gewicht, kleines Packmaß und gute Isolation sind wichtige Kriterien für den Schlafsack. Für Übernachtungen auf der Hütte genügt ein leichter Sommer- oder Seidenschlafsack. Für Übernachtungen im Freien bracht man bessere Qualität.

Es gibt Daunen- und Kunstfaserschlafsäcke. Daunenschlafsäcke haben bei gleicher Isolation den Vorteil des geringeren Gewichtes und Packmaßes. Besonders bei Temperaturen unter Null kommt man um einen Daunenschlafsack kaum herum, wenn man Gewicht und Platz sparen will. Dagegen sind Kunstfaserschlafsäcke bei Feuchtigkeit besser. Daunenschlafsäcke verlieren einen großen Teil der Isolationswirkung wenn sie nass werden, weil die Daunen dann zusammenkleben.

Moderne Kunstfaserschlafsäcke erreichen jedoch auch ein gutes Gewicht bei nicht ganz so geringem Packmaß. Gute Abmessungen im komprimierten Zustand liegen bei etwa 25 x 14 cm bis 29 x 18 cm. Der Komfortbereich sollte unabhängig vom Füllmaterial bei 5 bis -5 °C liegen. Je niedriger der Temperaturbereich, desto größer das Packmaß. Man sollte also einen für sich passenden Kompromiss finden. Sehr gute Modelle sind z.B. der „Dynamic“ für bis 0 °C (550 Gramm), bzw. der „Intense“ für bis zu -10 °C (810 Gramm), jeweils von Cumulus.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Daunenschlafsäcken ist die so genannte Bauschkraft, die in cuin angegeben wird (cuin = cubic inches per ounce). Je höher der Wert, desto besser die Wärmeisolierung im Verhältnis zum Packmaß. Hochwertige Daunen wie z.B. die norwegische oder polnische Gänsedaune haben einen Wert von 700-800 cuin. Diese Schlafsäcke sind jedoch sehr teuer und lohnen sich eher für Leute, die häufig Outdoor-Urlaube bei nächstlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt machen. Mein Favorit ist der Cumulus „X-Lite 200“ (370 Gramm), der bis -5 °C noch mollig warm hält. Ich verwende diesen Schlafsack auf meinen Alpencross-Touren und habe darin noch nie gefroren.

Für zusätzliche Gewichtseinsparung kann man auch einen Schlafsack ohne Kapuze wählen. Man sollte aber wissen, dass der Körper über den Kopf sehr viel Wärme verliert. In kalten Nächten sollte man sich dann einen Buff oder eine Mütze über den Kopf ziehen.

Mehr Informationen über das Campen in den Alpen findest du auf meiner Transalp Seite.

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Schlafsack

Isomatte

Will man draußen übernachten, ist die Isomatte ein absolutes Muss, da der Boden nachts die Wärme regelrecht aus dir heraussaugt. Die entscheidenden Faktoren für eine Isomatte sind Isolationswirkung, Gewicht und Packmaß.

Selbstaufblasende Thermoluftmatratzen von hoher Qualität zeichnen sich durch eine gute Isolation gegen den Boden aus, sowie durch ihr relativ geringes Gewicht. Ich habe unter anderem von Therm-A-Rest die Isomatte ProLite Plus verwendet. Das Gewicht dieser Matte liegt bei etwa 690 Gramm und sie hat ein Packmaß von nur 28 x 12 cm. Die Isolation ist sehr gut und das Material recht robust. Trotzdem muss man natürlich aufpassen, dass man die Matte nicht auf spitze Steine oder Dornen legt, ansonsten wird man zum Flickzeug greifen müssen. Deswegen lege ich immer eine feste Gewebeplane darunter. Man liegt auf der Matte deutlich bequemer, als auf einer regulären Schaumstoffmatte.

Alternativ kann man sich auch mit einer simplen Schaumstoffmatte begnügen. Hier gibt es einige Qualitätsunterschiede beim verwendeten Polyethylen. Billige Matten sind nicht druckbeständig und behalten ihre isolierende Wirkung nicht. Bessere Matten bestehen aus geschlossenzelligem PE-Schaum, sind elastischer und druckbeständiger. Die Isolationswirkung von Schaumstoffmatten ist jedoch allgemein nicht so gut wie die von guten selbstaufblasenden Matten. Ein weiterer Nachteil der Schaumstoffmatten ist das relativ große Packmaß. Dafür ist das Gewicht fast vernachlässigbar (um die 300 Gramm) und sie kosten wenig. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass solche Matten besonders wegen ihrer Sperrigkeit für den Alpencross eher schlecht geeignet sind.

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Selbstaufblasende Isomatte

Zelt/Biwak

Wenn man einmal in den Bergen im Freien übernachten muss, sollte man ein Biwak oder ein Leichtzelt (Tarp) mitnehmen. Diese schützen nicht nur vor Regen und schlechtem Wetter, sondern halten auch in kalten Nächten effektiv den Wind ab und verbessern so den Temperaturbereich des Schlafsackes.

Die wohl praktischste und leichteste Notlösung ist ein Biwaksack. Mit einem Gewicht von rund 500 Gramm und kleinem Packmaß kann er in jedem Rucksack untergebracht werden. Wichtig ist natürlich, dass der Biwaksack wasserdicht ist. Man sollte außerdem wissen, dass der Körper nachts viel Feuchtigkeit abgibt, die sich dann in Form von Kondenswasser innen am Biwaksack absetzt. Atmungsaktive Biwaksäcke sind teurer und werden innen weniger feucht, aber selbst diese sollten zusammen mit dem Schlafsack nach Gebrauch möglichst in der Sonne getrocknet werden. Bei starkem Regen sind Biwaksäcke eher ungeeignet. Biwaksäcke gibt es von verschiedenen Firmen für Outdoor-Bedarf, wie z.B. Salewa oder VauDe. Ein taugliches und preisgünstiges Modell ist z.B. der Salewa Bivibag Storm.

Ich bevorzuge jedoch das Tarp. Die Vorteile von Tarps sind, dass sie gemütlicher sind (es ist einfach angenehmer, ein Dach über dem Kopf zu haben) und das Kondenswasser-Problem nicht haben. Außerdem kann man je nach Größe auch noch Ausrüstung oder Schuhe vor Regen schützen. Sie bieten einen besseren Schlafkomfort und können sogar mit einem Moskitoschutz ausgestattet sein, das für einen Alpencross aber eher nicht so wichtig ist. Leichte Einpersonen-Tarps wiegen um die 400-800 Gramm und sind relativ teuer. Meistens werden Zubehörteile für die Abspannung nicht in das Gewicht mit eingerechnet. Man benötigt also zusätzlich Seile und eventuell Gestänge. Ich setze auf mein mit geringem Aufwand selbst hergestelltes Tarp, das sich auch bei starkem Regen bewährt hat.

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Ultraleichtes Tarp

Um das Tarp schnell abspannen zu können, habe ich außerdem vier besonders leichte Alu-Heringe dabei, die zusammen ca. 50 g wiegen. Für weitere Abspannungen verwende ich dann Felsen, Bäume oder selbst geschnitzte Heringe.

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Superleichte Heringe aus Aluminium

Werkzeug und Ersatzteile

Für Pannen und Notfälle benötigt man Werkzeug, auf das man sich verlassen kann. Standardwerkzeug ist unhandlich und schwer. Deshalb sollte man auf Tools zurückgreifen, die alles bieten was man zum Reparieren eines Mountainbikes braucht, und trotzdem handlich und leicht sind. Es gibt stabile Universaltools von unterschiedlichen Herstellern. Meines wiegt 270 Gramm und bietet Innensechskant mit 2/2.5/3/4/5/6/8/10mm, Vielzahnschlüssel T25, Ringschlüssel 8/9/10mm, Speichenschlüssel 15g/14g, Kettennieter, Kettenhaken, 2 Reifenheber, Pedalschlüssel, Kreuzschlitz- und Flachkopf-Schraubendreher, Messer, Flaschenöffner und ein Staufach für 2 Nietstifte.

Wichtig beim Flickzeug ist, dass es gut verpackt ist, so dass die Tuben mit der Vulkanisierlösung nicht beschädigt werden. Vorsicht: Auch ungeöffnete Vulkanisierlösung trocknet im Laufe der Jahre ein. Das kann im Pannenfall fatal sein. Außerdem sollte man mindestens einen Ersatzschlauch dabeihaben. So kann man nach dem Schlauchwechsel sofort weiterfahren und den beschädigten Schlauch später flicken. Ersatzspeichen sollten ebenfalls im Gepäck nicht fehlen, da sie ohnehin kaum etwas wiegen. Beim Kauf muss man den Typ seiner Nabe kennen; oft braucht man unterschiedliche Speichen für das Vorderrad, bzw. das Hinterrad links und rechts. Auch ein Ersatz-Ausfallende darf im Gepäck keinesfalls fehlen. Da dieses Ersatzteil genau zum Hersteller und Typ des Rades passen muss, kann es unterwegs kaum beschafft werden. Ein Beschädigtes Ausfallende würde das Aus einer Alpencross-Tour bedeuten. Mir ist meines zwar noch nie abgebrochen, aber ich habe immer eines dabei.

Außerdem nützlich sind Kabelbinder, mit denen man sehr viel notdürftig reparieren kann (wie z.B. 2013 den abgerissenen Rucksack-Schultergurt). Kettenöl braucht man, da nach ca. 3 Tagen ein Nachölen der Kette notwendig ist. Je einen Satz Ersatz-Bremsbeläge für vorne und hinten braucht man unbedingt, da bei langen Abfahrten der Bremsenverschleiß sehr hoch ist. Ein langer Schaltzug ergänzt die Ersatzteilliste.

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Werkzeug und Erstatzteile

Fahrradschloss

Kein Mensch wird ein 1 kg schweres Stahlbügelschloss mit über die Alpen schleppen wollen. Sinn des Schlosses ist es nicht, dem größten Bolzenschneider zu widerstehen, sondern zu verhindern, dass jemand sich blitzschnell das Bike greift und einfach wegfährt. Da man bei einer Transalp das Bike ohnehin ständig bei sich haben sollte, ist ein relativ leichtes Kabelschloss ausreichend. Das Kabel sollte so dick sein, dass man es mit einem Seitenschneider nicht durchknipsen kann. Interessante Varianten gibt es z.B. von Abus (Schlaufenkabel mit Vorhängeschloss). Mit 8 mm Dicke und 2 m Länge wiegt das Teil gerade mal 300 Gramm (ohne Vorhängeschloss). Damit kann man sehr gut bis zu 2 Bikes sichern.

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Schlaufenkabel mit Vorhängeschloss

Pedale und Schuhwerk

Zuerst muss man sich entscheiden, ob man mit oder ohne Klickpedale fahren will. Klickpedale sind bei der Kraftübertragung etwas effizienter, da man bei der Aufwärtsbewegung der Pedale diese mit dem Fuß nach oben ziehen kann, und dadurch eine gleichmäßigere Belastung hat. Außerdem hat man etwas mehr Kontrolle über sein Bike auf schwierigen Downhill-Trails. Der Nachteil von Klickpedalen ist, dass man bei der Wahl des Schuhwerkes eingeschränkt ist. Außerdem muss man mit dem Umgang geübt sein, weil es sonst bei unerwarteten Stopps passieren kann, dass es der Biker nicht rechtzeitig schafft, sich aus den Pedalen zu klinken und den Fuß abzusetzen, und dann mitsamt dem Fahrrad umkippt.

Ich mag keine Klickpedale, weil sie mich zu sehr einschränken. Ich bevorzuge es, auf ganz simplen Plattformpedalen oder gar Käfigpedalen zu fahren. Käfigpedale sind sehr leicht und robust. Plattformpedale sind in der Regel etwas schwerer, bieten aber dank der eingeschraubten Pins für den Schuh einen noch besseren Halt. Der Vorteil dieser Pedale ist, dass man absolut jeden Schuh verwenden kann.

Da beim meinen Alpencross-Touren viele Schiebe- und Tragestrecken in schwierigem Gelände vorkommen, ziehe ich richtige Bergschuhe vor. Bergstiefel schützen zwar wegen ihres hohen Schaftes am besten vor dem Umknicken im felsigen Gelände, sind aber genau deswegen und wegen des Gewichts zum Biken nicht gut geeignet. Deshalb verwende ich wasserdichte halbhohe Bergschuhe mit einer festen steifen Sohle und geringem Gewicht.

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Trekkingschuh

Bereifung

Über die richtige Bereifung für einen Alpencross gibt es unzählige Diskussionen und Meinungen. Wichtig ist bei einer solchen Reise nicht nur ein guter Grip auf steiningem, nassen, schottrigen, rutschigen Gelände, sondern auch eine hohe Pannensicherheit, geringes Gewicht und akzeptabler Rollwiderstand. Die Sache wird dadurch kompliziert, dass diese Voraussetzungen teilweise widersprüchlich sind. Guter Grip bedeutet weichere Gummimischung und dadurch automatisch ein höherer Rollwiderstand. Hohe Pannensicherheit bedeutet z.B. eine schnittsichere Reifenflanke und automatisch ein höheres Gewicht. Es gilt also, hier den optimalen Kompromiss zu finden.

Momentan verwende ich Reifen des Herstellers Schwalbe. Die Karkassen von Schwalbe-Reifen sind hochentwickelt und haben sich unter extremsten Bedingungen bewährt. Der Schwalbe Nobby Nic Evo PaceStar 26 x 2.25 ist in meinen Augen der optimale Allrounder für einen Alpencross. Er bietet einen guten Grip, akzeptablen Rollwiderstand und hohe Pannensicherheit. Die Reifen fahre ich mit knapp 3 bar Luftdruck. Ob tubeless oder nicht spielt eigentlich keine große Rolle. Ich bevorzuge den klassischen Schlauchreifen, weil ich mich ungern auf selbstdichtende Flüssigkeiten im Mantel verlasse. Einen Ersatzschlauch sollte man sowieso in jedem Fall dabei haben, was den Tubeless-Vorteil der Gewichtsersparnis wieder zunichte macht.

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Schwalbe Nobby Nic

GPS-Navi

Über GPS wurde ja bereits auf meiner GPS-Navi-Seite genug geschrieben. Ich benutze das Garmin eTrex 20. Das ist robust und wasserdicht. Ein großer Vorteil ist, dass das Gerät mit auswechselbaren AA-Batterien betrieben wird und etwa 20 Stunden Laufzeit hat. So kann man wahlweise bei Tagestouren Akkus verwenden, oder bei mehrtägigen Touren Erstatzbattereien mitnehmen oder unterwegs besorgen. Das Display lässt sich auch ohne Beleuchtung in fast allen Situationen gut ablesen, weil es das Umgebungslicht zurückreflektiert. Das spart eine Menge Strom. Auf dem internen Speicher hat das Kartenmaterial der kompletten europäischen Alpen inklusive Höhenlinien Platz. Ich verwende die Karten von OpenMTBMap. Die mitgelieferte Halterung von Garmin sollte möglichst am Vorbau angebracht werden. Im Gegensatz zur Vorgängerversion ist die Halterung wesentlich ausgereifter und sicherer. Trotzdem sollte man das Navi aus Sicherheitsgründen zusätzlich mit der Handschlaufe am Lenker sichern. Etliche Hinweise und Tipps zum Garmin eTrex gibt es hier in meinem Blog.

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Garmin eTrex GPS-Gerät am Vorbau

Digicam

Bei einer Alpenüberquerung kommt es auch bei einer Kamera auf geringes Gewicht und eine kompakte Größe an. Begonnen habe ich 2010 mit einer Canon Powershot G7, die jedoch besonders in Bezug auf die Videoauflösung bald nicht mehr ausreichend war. Aktuell fotografiere und filme ich mit der Panasonic DMC-TZ101, einer Kompaktkamera mit großem 1-Zoll-Sensor, die einen großen Zoombereich hat und durch eine sehr gute Bild- und hervorragende Videoqualität überzeugt.

Die Kameratasche habe ich am Schultergurt des Rucksackes befestigt. Dort sitzt sie sicher, wackelt nicht herum und ist jederzeit griffbereit. Dafür ist es wichtig, dass die Tasche einen vertikalen Klettverschluss hat (im Gegensatz zum horizontalen Verschluss, der nur für einen Gürtel geeignet wäre).

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Digitalkamera Sony RX-100

Stativ

Um auch Fotos mit Selbstauslöser machen zu können, kommt das Gorillapod von Joby zum Einsatz. Dieses äußerst praktische Ministativ kann dank seiner beweglichen Beine nur auf sehr unebenen Untergrund platziert werden, man kann es auch direkt an Ästen, Pfosten, Baumstämmen etc. befestigen. Eine kleine Vorrichtung erlaubt das einfache Einklinken der Digicam. Man muss dafür eine Digicam mit Stativgewinde haben. Es empfiehlt sich außerdem das Gorillapod SLR zu verwenden, da es Kameras mit bis zu 800 g Gewicht stabil halten kann und eine kleine Wasserwaage hat, mit der man die Kamera horizontal ausrichten kann (ein nicht zu unterschätzendes Feature). Das Teil wiegt 165 Gramm.

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Joby Gorillapod Ministativ

Powerbank

Auf mehrtägigen Reisen mit Übernachtungen im Freien kommt man oft in die Situation, dass längere Zeit keine Steckdose zur Verfügung steht. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, für Kamera, Handy etc. mindestens einen aufgeladenen Ersatzakku dabeizuhaben. Damit kommt man problemlos über einen ganzen Tag. Falls man längere Zeit an keiner Steckdose vorbeikommt, kann man eine Powerbank als tragbares Ladegerät verwenden. Es handelt sich dabei um einen Akku mit hoher Kapazität und USB-Anschluss. Powerbanks gibt es von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlicher Kapazität. Je stärker der Akku, desto größer und schwerer ist die Powerbank und desto mehr Ladevorgänge schafft sie. Ich verwende eine mit 16.000 mAh und einem Gewicht von 300 g. Das genügt, um eine kleine kompakte Digicam oder die GoPro Hero etwa 10-mal komplett aufzuladen. Die Powerbank selbst kann mit jedem beliebigen USB-Ladegerät aufgeladen werden. Mehr zum Thema hier in meinem Blog.

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Powerbank mit 16.000 mAh

Taschenlampe

Es empfiehlt sich, eine leichte aber dennoch helle Mini-Taschenlampe auf den Alpencross mitzunehmen. Die nützt nicht nur nachts in Notfällen, sondern auch als Fahrradlicht wenn man bei Dunkelheit fahren oder einen Tunnel durchqueren muss. Es gibt hier sehr gute Modelle mit einer superhellen LED von unterschiedlichen Herstellern. Ich setze auf die Modelle von Fenix, wie zum Beispiel der LD12. Die ist sehr klein, benötigt nur eine AA-Batterie, ist wasserdicht und wirklich sehr hell. Die Fenix LD12 G2 gilt als eine der effizientesten 1xAA Talas-Taschenlampen auf dem Markt in Bezug auf Helligkeit und Laufzeit. Dazu gibt es für wenig Geld einen praktischen Taschenlampenhalter von Twofish mit Klettverschluss für den Lenker, der sich in der Praxis bewährt hat. Für Tunnelfahrten ist es sicher nicht verkehrt, noch ein kleines LED-Rücklicht dabeizuhaben.

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Klemmleuchten für das Fahrrad

Getränke und Salz

Man mag mich einen Spartaner nennen, aber ich trinke auf Biketouren ausschließlich Wasser. Apfelschorle und Co. enthalten zu viel Zucker. Isotonische Getränke sind meiner Meinung nach Humbug und schmecken übel. Mit Mineral-Brausetabletten ist es ähnlich, zumal das Zeug ekelhaft schmeckt wenn das Wasser warm geworden ist. Wasser gibt es in den Alpen fast überall und kostenlos. Bei einem Alpencross trinke ich etwa 6-8 Liter am Tag, vorzugsweise etwas angewärmt aus der Flasche und nicht direkt aus der Quelle. In Deutschland und Österreich ist das Nachfüllen an den vielen Brunnen problemlos möglich. Brunnen und Quellen unterhalb von Almwiesen sollte man meiden, da das weidende Vieh eventuell das Quellwasser verseucht hat. Auch in Italien habe ich mit Brunnen immer gute Erfahrungen gemacht (im Zweifelsfall fragen), jedoch sind dort die Quellen deutlich dünner gesät.

Da ich auf dem Alpencross sehr viel trinke und schwitze, wird dem Körper massiv Natrium entzogen. Damit es nicht zum Natriummangel mit den damit verbundenen Symptomen (Muskelkrämpfe, Leistungsabfall, Schwindel, Übelkeit) kommt, habe ich immer ein kleines Döschen Salz dabei. Davon löse ich etwa 2 Gramm (eine Prise) pro Liter im Trinkgefäß auf.

Ich habe gerne immer 2 Liter Wasser bei mir, das reicht normalerweise bis zur nächsten Nachfüllmöglichkeit. Flaschenhalter am Fahrradrahmen mag ich nicht so gerne. Auch deshalb, weil die Montage an einem Fully wegen des Dämpfers und des beweglichen Hinterbaus oft problematisch ist, besonders wenn man schon eine Rahmentasche montiert hat. Eine Wasserblase im Rucksack ist eine vernünftige Alternative. Ich persönlich setze auf den 2-Liter-Wasserbeutel von Ortlieb, der sich seit vielen Jahren bewährt hat. Trinkschläuche, die das Trinken während der Fahrt ermöglichen, sind praktisch aber nicht unbedingt notwendig.

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Ortlieb 2 Liter Wasserbeutel

Müsliriegel selbst gemacht

Müsliriegel-Rezept als Video

Die meisten Müsliriegel, die man kaufen kann, sind nicht besonders viel wert. Sie sind nicht vollwertig und enthalten Zucker, Schokolade oder andere unerwünschte Zutaten. Selbst gemachte Müsliriegel sind die ideale Bikernahrung: Vitaminreich, mineralstoffreich, gesund, lecker, haltbar und sie liegen nicht schwer im Magen. Die erste Energiezufuhr gibt es bereits beim gründlichen Kauen, wenn ein kleiner Zuckeranteil (Honig, Fruchtzucker, Mehl) über die Mundschleimhäute resorbiert wird. Gleichzeitig werden die Kohlenhydrate in Zucker umgewandelt. Die Zuckernateile wirken sehr schnell, innerhalb von 5-10 Minuten. Die langkettigen Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett (Nüsse, Körner) brauchen länger, bis sie ihre Wirkung entfalten und stehen als Energiegeber zur Verfügung, wenn der Zucker verbrannt ist.

Dieses Müsliriegel-Rezept habe ich durch viele Versuche selbst ausgetüftelt. Die Riegel sind sozusagen komprimierte Energie. Zwei Stück davon haben mich schon öfter über einen halben Tag ohne Nahrung gerettet. Hier ein erprobtes Rezept, welches 1 Backblech oder ca. 30-35 Riegel ergibt:

Zutaten:

  • 200-300 ml Pflanzenöl
  • 400 g Honig
  • ein halbes Glas Wasser
  • 50 g Vollkornmehl
  • 3 Esslöffel Kakaopulver
  • 200 g feine Vollkorn-Haferflocken
  • 400 g geriebene Nüsse, gehackte Mandeln, Sonnenblumenkerne etc.
  • 300 g Rosinen, getrocknete Früchte, Citronat etc.
  • (Die Mischungsverhältnisse von Haferflocken, Nüssen und getrockneten Früchten kann man gerne nach Gusto verändern.)

Zubereitung:

  • Nüsse fein hacken oder mahlen. Getrocknete Früchte, Rosinen, Citronat klein hacken. Je feiner die Zutaten gehackt sind, desto weniger bröselig werden die Riegel.
  • Butter und Honig im Topf erhitzen.
  • Alles in einen Topf geben und die restlichen Zutaten dazuschütten. Gründlich zu einer homogenen Masse vermischen. Am Schluss das Mehl hineinstreuen und gleichmäßig verrühren.
  • Dann noch das Wasser hinzufügen. Es dient lediglich dazu, dass sich die Zutaten besser zu einer Masse verbinden.
  • Die Masse etwa 20 Minuten ziehen lassen.
  • Masse auf einem Backblech verteilen (Backpapier unterlegen!) und mit einem zweiten Backpapier von oben fest plattdrücken.
  • Nun am besten mit einem Pizzaschneider den Teig in Form der Müsliriegel einschneiden. (Wenn man das vor dem Backen macht, zerbröseln die Riegel nicht so sehr.)
  • Bei 140 °C etwa 35 Minuten lang im Ofen backen. (Die Backzeit kann auch 10 Minuten länger sein, wenn man die Riegel eher trockner möchte.)
  • Vor dem Abkühlen die Müsliriegel aus dem Teig schneiden. Abkühlen lassen.

Haltbarkeit:
Die Riegel sind im Kühlschrank einige Wochen lang haltbar (je trockener desto länger), und im Rucksack einige Tage (nach 10 Tagen Alpencross waren sie bei mir noch einwandfrei). Diese Angaben natürlich ohne Gewähr.

Hier in meinem Blog eine weitere Rezeptvariante.

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Selbstgemachte gesunde Müsliriegel

Dörrfleisch-Rezept (Beef Jerky)

Dörrfleisch-Rezept als Video

Zu meinen liebsten Snacks für unterwegs gehört das Dörrfleisch. Es hat einen hohen Nährwert, enthält Proteine, Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem sorgt man für eine ausreichende Zufuhr von Salz, was gerade dann wichtig ist wenn man viel schwitzt. Das Dörrfleisch hat auch noch weiter Vorteile: Es ist bei richtiger Zubereitung viele Wochen lang haltbar und wiegt kaum etwas (weil ja das ganze Wasser entzogen wurde). Also ideal für mehrtägige Alpencross-Touren.

Hinweis: Da es sich ja um getrocknetes rohes Fleisch handelt, ist eine sorgfältige Zubereitung besonders wichtig. Damit sich keine Keime (Kolibakterien, Salmonellen) auf dem Fleisch vermehren können, müssen vorher die Hände gründlich gewaschen werden. Auch die Kühlkette des Fleisches sollte möglichst kurz unterbrochen werden. Bei Verletzungen an der Hand keinesfalls das Fleisch anfassen, weil es sonst zu einer gefährlichen Vermehrung schädlicher Bakterien kommen kann.

Zutaten:

  • 500g Rind- oder Wildfleisch (kein Schwein) als Filet oder Roulade mit möglichst geringem Fettanteil
  • 4 Esslöffel Sojasauce
  • 6 Esslöffel Essig (z.B. Balsamico)
  • 2 Teelöffel Zucker
  • 4 Teelöffel Salz
  • 2 Esslöffel Knoblauchgranulat (alternativ 4 Zehen Knoblauch)
  • Pfeffer, Chili
  • Weitere getrocknete Gewürze nach Gusto (z.B. Koriander, Curry, Cumin, Kurkuma etc.)
  • Kein Öl verwenden (das wird mit der Zeit ranzig)!

Zubereitung:

  • Fleisch falls nötig von Sehnen und Fettresten befreien und dann einfrieren.
  • Restliche Zutaten zu einer Marinade pürieren.
  • Die Marinade schmeckt extrem intensiv und salzig, davon nicht irritieren lassen!
  • Das gefrorene bzw. leicht angetaute Fleisch gegen die Faser (!) in 5 mm dünne Scheiben schneiden. Wenn man Rouladen verwendet, kann man sich das Einfrieren sparen und muss sie nur noch in Streifen schneiden.
  • Danach sofort in einen Gefrierbeutel geben und mit der Marinade bedecken.
  • Möglichst alle Luft aus dem Gefrierbeutel pressen und diesen luftdicht verschließen.
  • Marinade durch vorsichtiges Kneten gleichmäßig im Beutel verteilen.
  • Das Fleisch über Nacht (mindestens 8 Stunden) im Kühlschrank marinieren.
  • Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und möglichst viel Marinade aus dem Beutel pressen bzw. herauslaufen lassen.
  • Die Fleischstreifen werden am besten an einem Rost aufgehängt, sodass sie einander nicht berühren und optimal austrocknen können.
  • Nun wird das Fleisch möglichst schonend in Backofen (idealerweise bei 50-60°C) gedörrt. Je schonender man dabei vorgeht, desto weniger zäh ist es hinterher! Das Fleisch kann im Backofen getrocknet werden.
  • Boden des Backofens mit Alufolie auslegen.
  • Den Backofen auf 120 °C vorheizen, den Rost mit den Fleischstreifen hineinschieben und ca. 15 Minuten erhitzen. Dadurch werden eventuell vorhandene gefährliche Keime abgetötet.
  • Dann die Temperatur auf ca. 50°C herunterregeln.
  • Kochlöffel in die Backofentür klemmen, damit diese einen kleinen Spalt geöffnet bleibt und die Feuchtigkeit entweichen kann.
  • Das Fleisch bleibt nun etwa 10 Stunden im Backofen.
  • Das Dörrfleisch ist fertig, wenn es so trocken ist, dass man keine weichen Stellen mehr fühlt. Ich mag es sogar so trocken, dass man es leicht zerbrechen kann.
  • Das Dörrfleisch muss nun vollständig auskühlen, bevor man es für die Lagerung in Gefrierbeutel verpackt und luftdicht verschließt.

Haltbarkeit:
Gut getrocknetes Dörrfleisch hält luftdicht verpackt bei Zimmertemperatur mindestens 3 Monate. Nach einigen Wochen kann sich ein weißer Belag bilden, bei dem es sich aber in der Regel nicht um Schimmel, sondern um Salz handelt. Diese Angaben setzen natürlich eine einwandfreie Verarbeitung voraus und sind ohne Gewähr!

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Dörrfleisch

21 Antworten

  1. Ismail sagt:

    Das sind mit Abstand informativste Daten zu einer Ausrüstung mit Vorschlägen aus Erfahrung für ein Alpincross, was ich auch vor habe. Danke.

  2. K. sagt:

    Ich weiß nicht ob ich es überlesen habe aber ich würde gern wissen wo ein derart kleiner Schlafsack zu kaufen ist. Danke im voraus

    • Gletschersau sagt:

      Es gibt von verschiedenen Herstellern kleine Schlafsäcke (z.B. Vaude). Ich habe einen Daunenschlafsack von Cumulus gekauft, der Hersteller hat ein recht gutes Preisleistungsverhältnis.

  3. Ger sagt:

    Thanks for your detailed information. IMO, proper equipment will determine the sucessful alpencross.

  4. Jens sagt:

    Hallo Gletschersau,
    ich habe einmal eine Frage und hoffe, dass die hier an dieser Stelle richtig bzw. überhaupt angebracht ist.
    Ich habe eine Frage zum Rucksack Ortlieb Flight in der 27l-Version. Welche Trinkblase (vor allem wie viel Liter) kann ich in dem Rucksack benutzen? Ich weiß, dass Ihr gerade unterwegs seid und Du vermutlich keine Zeit haben wirst zu antworten. Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank und liebe Grüße. Jens

    • Gletschersau sagt:

      Hallo Jens,
      der Ortlieb Flight hat einen hermetischen Durchlass für ein fast beliebiges Trinksystem. Wenn du das System von Ortlieb verwendest, kannst du alle Ortlieb Wasserbeutel daran anschließen. Der Standard (den ich auch verwende) ist der 2 Liter Wasserbeutel. Theoretisch könntest du auch den 10 Liter Wassersack daran anschließen, wenn du beim Biken besonders viel Durst bekommst. 🙂

      • Anonymous sagt:

        Hallo Gletschersau,
        vielen Dank für die Antwort. Total nett. Ich habe es inzwischen auch hinbekommen, so dass ich, wenn man es eng sieht, mir die Frage hätte sparen können. Ich habe ein Trinksystem eines anderen Herstellers und ich bekam einfach nicht das Anschlussstück durch den Durchlass im Rucksack. Habe mich aber auch nicht getraut es mit etwas Druck (fast schon Gewalt) zu versuchen. Aber so hat es dann funktioniert. Da passt aber auch nichts mehr dazwischen, was vermutlich auch gewollt ist. Danke nochmal !

      • Jens sagt:

        Hallo Gletschersau,
        entschuldige, dass ich meine alte Frage nochmal reaktiviere. Grundsätzlich klappt ja jetzt alles. Ist es bei Deinem Wasserbeutel-Trinksystem denn auch so, dass der Durchlass für den Schlauch schon sehr eng ist oder hast Du da irgendeinen Trick?
        Danke und Grüße.
        Jens

        • Gletschersau sagt:

          Ja, das Loch ist eng und das Einführen geht nicht ganz geschmeidig. Ist aber auch gut so, weil dann beim Regen kein Wasser eindringen kann. Einen Trick habe ich nicht, aber so oft nehme ich den Schlauch nicht raus.

  5. tobias sagt:

    Müsliriegel selbst gemacht

    Wieviel Butter wird denn benötigt?

    Gruß Tobias

  6. Jan sagt:

    Hallo Andreas,
    Ich bin auf der Suche nach Bikeunterhosen mit einer hochwertigen, dünnen Polsterung. In Deinem Video zur Alpencross Ausrüstung sind mir Deine aufgefallen. Um welche Marke handelt es bei Deinen Hosen? Das Polster scheint angenehm dünn zu sein.
    Schöne Grüße
    Jan

  7. Jan sagt:

    Vielen Dank! Werde ich ausprobieren.

  8. Wolfgang Rohden sagt:

    Ich hätte noch eine Frage zu Deiner Werkzeugkomposition für unterwegs: warum/wozu nimmst Du einen Pedalschlüssel mit ??

  9. Traeu sagt:

    Eine Frage zum Tarp, welche Größe würdest du für eine Person empfehlen? Ich tendiere evtl. zu 4X4m, könnte aber zu groß sein.

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