Absolut Enduro!

Ich habe ab sofort das Glück, ein perfekt auf mich abgestimmtes Enduro-Bike fahren zu können! Zu verdanken habe ich das der letzten Umrüstungsaktion an meinem bewährten Alpencross-Bike Lapierre Zesty 514 (Baujahr 2009). Das Fahrrad hat nun die folgende Ausstattung:

  • Bremse: Shimano XT 785 (180 mm vorne, 160 mm hinten)
  • Federgabel: RockShox Sector RL Coil 150/120 mm (absenkbar)
  • Dämpfer: Rock Shox Kage RC (57 mm Hub)
  • Schaltung: Shimano XT M8000 1×11
  • Sattelstütze: Kind Shock Dropzone
  • Laufradsatz: Shimano XT 26″
  • Pedale: Shimano Saint Plattformpedale
  • Sattel: SQlab 611 active

Um die Umbauten zu testen, habe ich ein paar Probefahrten unternommen. Bergab, steil bergauf, Treppen runter, Treppen rauf, etc. Kurz gesagt bin ich von der Performance des Bikes begeistert! Die neue Schaltung und die neuen Bremsen sind eine echte und spürbare Aufwertung. Es macht sehr viel Spaß mit dem neuen MTB zu fahren. Dazu trägt subjektiv auch bei, dass man nur noch einen Schalthebel bedienen muss und alles ganz einfach ist. Übrigens habe ich mir auch einen neuen, breiteren Lenker gegönnt.

Die Schaltung funktioniert erwartungsgemäß einwandfrei, knackig und präzise. Im Gangspektrum habe ich dank des 30er-Kettenblattes bei den Berggängen nichts vermisst. Bergauf schafft man mit dieser Übersetzung jede Steigung. Durch die 1-fach-Schaltung gibt es natürlich Einbußen bei den (bedingt durch meine Konfiguration) großen Gängen. Mit dem 30Z-Kettenblatt und dem 11Z-Ritzel erlaubt es der größte Gang, bei einer Trittfrequenz von 100 Umdrehungen pro Minute* bis etwa 35 km/h zu treten. Das sind z.B. zügige Fahrten auf ebener Strecke. Mit meiner alten Schaltung konnte ich 9 km/h schneller treten. (Berechnung mit dem Online Ritzelrechner.) Beim Treppenfahren klappert dank des gedämpften Schaltwerkes gar nichts mehr, man hört nur noch das Blubbern der Reifen. Außerdem verhindert das Narrow-Wide-Kettenblatt effektiv das Herunterfallen der Kette.

Die Shimano-Bremsen haben im Vergleich zu meinen alten Magura-Bremsen einen deutlich besseren und genaueren Druckpunkt. Die Einfinger-Bremshebel erleichtern das Bremsen zusätzlich. Dadurch fällt es mir wesentlich leichter, das Hinterrad umzusetzen. Ein fein dosiertes Bremsen war mit meiner alten Ausstattung nämlich nicht so gut möglich. Ich habe übrigens immer noch die alten Bremsscheiben der Formula Oro drauf, die ursprünglich beim Bike dabei waren.

Die Stahlfederelemente sorgen für ein abgestimmtes und optimales Dämpfungsverhalten. Die Federung reagiert einigermaßen feinfühlig und schluckt harte Stöße gut weg, ohne aber zu sehr beim Bergauffahren zu schwingen (der Dämpfer kann nicht gesperrt werden). Das passt! Man könnte mit hochwertigen Luftfederelementen das Bike noch etwas aufwerten, aber diese sind teuer in der Anschaffung und Wartung.

Das Gesamtgewicht des Enduro-Bikes ist mit 14 kg immer noch verhältnismäßig niedrig, vor allem in Anbetracht der Stahlfederelemente. Man könnte mit Luftfederelementen noch knapp 1 kg einsparen. Das macht jedoch das Kraut nicht fett. Das MTB kann mit seinen 14 kg sehr gut längere Zeit bergauf getragen werden.

Das Bike ist in dieser Konfiguration optimal für meinen Einsatzzweck geeignet: Technisch anspruchsvolle ruppige Downhill-Trails in Kombination mit langen Bergauffahrten. Sozusagen mein Traum-Enduro. Es hat nicht nur eine Menge Spaß gemacht, dieses Fahrrad über die Lebensdauer von 9 Jahren kontinuierlich aufzuwerten. Auch konnte ich mit relativ geringen Investitionen aus dem alten All-Mountain-Bike ein modernes Enduro zaubern, das auf meine persönlichen Bedürfnisse optimal zugeschnitten ist, ohne ein paar tausend Euro für ein neues Fahrrad ausgeben zu müssen. Die alten Teile habe ich zu einem vernünftigen Preis verkaufen können, wodurch sich die Kosten für die Umrüstungsaktionen zusätzlich verringert haben. Grob geschätzt habe ich für alle Umbauten seit 2009 (nach Abzug der verkauften Teile) etwa 500 Euro ausgegeben.

Durch die Bastelarbeiten habe ich außerdem eine Menge über Bike-Technik gelernt und teilweise Erschreckendes über die Fähigkeit einiger professioneller Fahrradmechaniker erfahren müssen.

Damit sich ein derart umfangreicher Umbau eines fast 10 Jahre alten Bikes auch lohnt, sollte der Rahmen hochwertig sein und die Geometrie diese Veränderung unterstützen. Das war bei mir der Fall, da der Lapierre-Rahmen von Anfang an eher Enduro-typisch war und ich mich auf dem Bike schon immer wohl gefühlt habe. Es macht richtig Spaß damit zu fahren und ich kann es kaum erwarten, wieder eine richtige Tour zu machen!


* Nach aktuellen Studien liegt die in Bezug auf den physikalischen und biologischen Wirkungsgrad optimale Trittfrequenz bei 100–110 Umdrehungen pro Minute. In diesem Bereich ist die Durchblutung der Muskulatur und die Sauerstoffaufnahme sehr gut. Viele Hobbyfahrer treten jedoch etwas langsamer.

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1 Antwort

  1. Helmut sagt:

    Nachdem Du mit dem Upgraden Deines Rades fertig bist, suchst Du sicher nach einem neuen Projekt. Bei meinem Rad müsste man auch mal schauen, welche Umbauten sinnvoll wären…. Ich wäre dankbar für Deine Unterstützung dabei. 🙂

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