Trailauf, trailab an der Isar

Dass das Isarhochufer ein ideales Gelände ist, um nicht nur das Bergauffahren, sondern auch die Biketechnik ein wenig auf die Probe zu stellen, ist hinlänglich bekannt. Im Frühjahr, wenn in den Bergen noch Schnee liegt und bevor die Stechmücken die Isarauen heimsuchen, kann man hier auch einiges an Höhenmetern sammeln und gleichzeitig den einen oder anderen lustigen Trail genießen. So habe ich diese Woche das herrliche Wetter genutzt, um auf meiner Hausrunde mit meinem Tourenbike zu radeln und einen Fotobeweis zu erbringen. Ich wurde kürzlich nämlich darüber belehrt, dass man beim Bergabfahren nicht mit dem Hintern hinter den Sattel gehen solle, das sei old-school. Das mag vielleicht für Flowtrails gelten, aber wer sowas glaubt, ist noch nie steile verblockte Trails der Stufe S3 oder höher gefahren, bei denen man unweigerlich über den Lenker gehen würde, wenn man über dem Sattel bleiben würde. Und mein Gesäß wird noch oft „old-school-mäßig“ knapp über dem Hinterrad schweben, wenn ich mit meinem Downhill-Bike in wenigen Monaten wieder die Gardasee-Trails unsicher machen werde.

7 Antworten

  1. Wolfgang Rohden sagt:

    Ich liebe „old school“ ;))))))
    lieber so als auf die F….e fallen

  2. Pit sagt:

    Sehr schön, Andi :o) Ja, das habe ich auch von einem downhillenden Bikeparker gehört, der verächtlich von „gar-nicht-gehender Kackstuhl-Haltung“ sprach…
    …und was war das für ein tolles Gefühl, als ich letztens mit einem sicheren Gefühl die S3-Stufe meines Hometrails gemeistert hatte und der Reifen dabei kurz an der Short „anklopfte“ ;o)
    Alles gut – weiter so.

  3. Bastian sagt:

    Habe letztes Jahr einen Technikkurs absolviert und es stimmt nicht, dass man nicht hinter den Sattel gehen soll. Der zentrale Körperpunkt (also ungefähr beim Bauchnabel) soll in einer Linie über den Tretlager sein. Alternativ kann man auch mit dem Kopf über der dem Vorbau sein (bzw. wo der Vorbau mit der Federgabel verbunden ist.

    Dann hat man eine zentrale und neutrale Aktivposition. Je „actionreicher“ und steiler der Trail wird desto tiefer geht man mit dem Oberkörper, bleibt aber immer mit dem Kinn über den Vorbau. Die Folge ist, dass der Hintern hinter den Sattel wandert aber nicht nach unten Richtung Reifen. Die Körpermitte ist immer noch über dem Tretlager.

    Warum soll man nicht knapp über den Hinterreifen sein?
    Das hat zwei Gründe:
    1. Die Arme sind dann gestreckt (sieht man auf den Bild oben schön) und man hat keine Möglichkeit mehr, eine Lenkbewegung durchzuführen. Beim Trailfahren sollten die Arme immer eine „Gorillahaltung“ haben um das Bike gut nach links oder rechts drücken zu können.
    2. Man bekommt keinen Druck auf das Vorderrad. Beim Bremsen blockiert es somit schneller und es rutscht vorne weg.

    Ich war vorher auch immer der Meinung, dass es richtig ist, knapp über den Reifen zu sein. Nach dem Kurs habe ich meinen Fahrstil umgestellt und bin nun viel sicherer auf den Trails unterwegs, habe mehr Kontrolle und mehr Spaß. Eine Umstellung war es, das ist klar.

    Das Argument, dass man sich überschlagt zieht nicht wirklich. Auch wenn es sehr anspruchsvoll war, war der Schwerpunkt immer noch tief genug, dass das Hinterrad auf dem Boden bleibt. Also eine reine Kopfsache.

    Aber auch in dem Kurs wurde gesagt, dass es mehrere Techniken gibt. Sicher wird auch irgendwo die „Kackstuhl-Haltung“ gelehrt. Für mich war diese aber die unsichere Variante.

    • Gletschersau sagt:

      Interessant! Danke für das Feedback! Leuchtet ein. Das was du auf dem oberen Bild siehst, ist beim Downhill-Biken natürlich nicht die dauerhafte Haltung, sondern nur für die halbe Sekunde, in der man über eine extreme Stufe fährt. Ich habe noch ein zweites Foto reingestellt, weil man dann die Positionsveränderung recht gut erkennt.

  4. Wolfgang Rohden sagt:

    OK jetzt wirds akademisch, aber wenn man bedenkt, daß die Erdanziehungskraft eine senkrecht wirkende ist und man auf den beiden obigen Bildern eine senkrechte durch den Mittelpunkt des Tretlagers legt, siehe da, der „Nabel“ ist nahezu in einer Linie, also perfekt.
    Toll gemacht Andi ;))))) . Ich sag mal provokant: so einfach kann biken sein ( ist natürlich spaßig gemeint)

    • Gletschersau sagt:

      Und das alles ohne Fahrtechniktraining! 😉
      Bei so einem Fahrtechniktraining kann man schon eine Menge lernen, ohne Zweifel. Letztendlich ist aber alles eine Sache des Gefühls und der Übung. Wenn man sein Leben lang regelmäßig gefahren ist, wird das Bike sowieso fast zum „Körperteil“ und man macht vieles automatisch richtig. Hinterrad versetzen kann ich trotzdem noch nicht gescheit. Ich habe einfach zu wenig Gelegenheit, das einzusetzen und zu üben.

  5. Anonymous sagt:

    Tja, das konnte ich anscheinend nicht so gut erklären…

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