Carbon-Hardtail Testfahrt

Gestern kam es endlich zur ersten kleinen Testfahrt mit dem neuen Eigenbau-China-Carbon-Hardtail. Eine kleine 10 km Runde sollte genügen, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen und ggf. noch ein paar Feinjustierungen vorzunehmen. Ich war sehr gespannt, nachdem ich mich schon Monate auf dieses Bike gefreut hatte. Endlich mal ein superleichtes, robustes Berg- und Tourenbike.

Was soll ich sagen… Das Bike überzeugt auf ganzer Linie! Die Geometrie passt zu meinem Körper. Es war gut, den Lenker mit ein paar Spacern höher zu positionieren. Auch die Vorbaulänge und der Setback der Sattelstütze passen perfekt (dabei kann man sich ja nie hundertprozentig sicher sein, wenn man den Aufbau auf dem Papier plant). Die Rahmengröße ist mit 19″ ideal, nicht zu groß und nicht zu klein. Was mich auch begeistert ist, dass das Bike leicht und auf das Wichtigste reduziert ist. Entsprechend unkompliziert war der Aufbau und entsprechend leicht werden Wartung und Pflege sein.

Schon wenn man aufsteigt, spürt man wie leicht und direkt dieses Bike ist. Jeder kleinste Kraftaufwand wird sofort in Bewegung umgesetzt. Keine Schwere und Trägheit wie bei einem Fully, bzw. Enduro-Bike. Dafür verzichtet man auf etwas Komfort, da man mangels Dämpfer den Untergrund direkt zu spüren bekommt. Aber genau das hat auch seinen Reiz. Es zwingt einen dazu, achtsamer und technischer zu fahren, und das macht mir sowieso Spaß.

Das schwarze Hardtail fährt sich flink und spritzig. Es ist besonders mit der aktuellen Übersetzung die reinste Bergziege. Durch das 30er Kettenblatt kann ich Steigungen hinaufklettern, bis das Vorderrad hochkommt. Der größte Gang genügt noch, um auf geraden Strecken flott mit bis zu 35 km/h fahren zu können. Ich kann es kaum erwarten, damit ein paar Touren in den Bergen zu unternehmen. Die Leichtfüßigkeit dieses Federgewichts wird auch besonders lange Touren erleichtern, da der Kraftaufwand beim Fahren im Vergleich zu meinem Fully erheblich niedriger ist – ich schätze, ca. 30% geringer.

Nach der Testfahrt habe ich noch den Sattel um 1 cm nach hinten verschoben und die Bremshebel etwas steiler ausgerichtet. Sonst hat alles gepasst (viel mehr gibt es an dem Bike auch nicht zu justieren). Ich hatte noch einen superleichten Carbon-Flaschenhalter zuhause liegen, der an diesem Rahmen endlich einen Platz gefunden hat.

Als nächstes werde ich eine mittlere Tour im Raum München unternehmen. Mein erstes großes Ziel ist die 100-km-München-Umrundung zu fahren. Dafür muss ich aber erst meinen Hintern wieder an’s Biken gewöhnen. Ein Traum wäre, mit diesem Hardtail einmal den Sentiero 601 zu fahren, was eine extreme technische Herausforderung wäre. Vielleicht nächstes Jahr am Gardasee? Mal sehen…

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9 Antworten

  1. Bernd sagt:

    Servus Andi!
    Schaut gut aus dein neues Bike. Ich habe mir vor kurzem ein komplett starres Bike aufgebaut und bin beim Durchwechseln immer wieder erstaunt, wieviel vom Vortrieb eigentlich in der Federung vom Fully verschwindet. Da ist ein riesiger Unterschied, wie ich finde.
    Gruß, Bernd

    • Buddy sagt:

      Geht mir genauso. Ich komme von 20 Jahre Hardtails und habe mir jetzt ein Fully (mickrige 100mm) angeschafft. Ist schon toll, aber irgendwie bin ich gefühlt auf einem schaukelnden Sofa unterwegs. Kein knackiger Sprint beim Anstieg mehr und kein direkter Bodenkontakt wie gewohnt. Vielleicht gibt sich das ja im Laufe der Zeit…
      LG

      • Gletschersau sagt:

        Das Fully hat in bestimmten Bereichen schon seinen Vorteil, for allem beim Downill-Biken. Für normale Touren bevorzuge ich inzwischen das Hardtail.

  2. Buddy sagt:

    Ich habe mir für mein Canyon Alu-Hardtail kürzlich eine Carbon 2Blattfeder Sattelstütze ersteigert (Specialized) und bin total verblüfft, was diee 2-3cm Federweg ausmachen. Bin total begeistert, da diese Stütze leichter ist als eine normale Alustütze und drastisch leichter als eine Federsattelstütze ist. Leider wird sie von Specialized nicht mehr gebaut, aber die VCLS 2.0 von Canyon sieht sehr ähnlich aus und kommt bald ans Radel.
    Kann ich für Hardtails wärmstens empfehlen, da sehr gut investiertes Geld.
    LG

  3. Paul sagt:

    Mit selbst gebauten Bikes ist wie beim Kochen. Selbst gekocht schmeckt es am besten.
    Ja und der Vorteil liegt ja darin, dass man sich die Zutaten selbst aussuchen kann.
    Übrigens fahr ich auch vorne 30 und hinten 10-42. Solange man keine Ortstafelsprints gewinnen will ideal.
    Danke für den Bericht. LG

  4. Thomas sagt:

    Hi Andy,

    tolles Projekt mit dem Hardtail. Ich habe es gespannt verfolgt und finde auch das Ergebnis sehr gelungen. Gerade das Gewicht, auf das du auch viel Wert legst, beschäftigt mich immer mehr. Die Bikes werden irgendwie immer schwerer und keinen scheint es großartig zu stören. Klar, 29er laufen besser und die modernen Geometrien erleichtern das Klettern. Aber wenn ich meinen Esel auf dem Rücken zum Joch hochtragen will, dann bringt mir das leider nichts. Ich habe ein 27,5er Cube All Mountain aus 2019 mit 13,2 kg. Das passt super für diesen Zweck. Wenn ich mich aktuell auf dem Markt umschaue, finde ich für vergleichbare Preise in der Kategorie nur Bikes mit 1,5-2 kg mehr. Ich frage mich, ob überhaupt noch jemand bergauf radeln möchte. Daher bleibe ich bei meinem Cube und vielleicht wird das nächste All Mountain auch ein eigenes Projekt ;-) Danke für deinen Beitrag! Mach weiter so

  5. Frank sagt:

    Was wiegt denn jetzt das fertige Bike?

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