Vorbereitung des Alpencross-Mountainbikes

Nun ist es nicht mehr so weit, bis der stark downhill-orientierte Freeride Alpencross 2018 beginnt. Wie jedes Jahr vor dem Alpencross wurde das Mountainbike noch einmal gründlich überprüft und gewartet. Das sollte böse Überraschungen, Pannen und Verschleiß während der Transalp verhindern. Ein ordentlich gewartetes Bike ist absolut wichtig für eine pannenfreie Alpenüberquerung.

Da ich erst vor wenigen Monaten die Schaltung meines Enduro-Bikes ausgetauscht hatte und seitdem wenig damit gefahren bin, war hier nichts zu tun. Die Kette war fast neuwertig, die Shimano XT 1×11-Schaltung arbeitet nach wie vor präzise und einwandfrei. Sämtliche Lager hatte ich beim Umbau ebenfalls überprüft, dabei das nicht mehr gute Innenlager getauscht; hier war also auch alles in Ordnung.

Die Luftfederelemente sind über die Jahre ebenfalls durch eine wartungsarme Stahlfedergabel und einen Stahlfeder-Dämpfer ersetzt worden. Hier war ebenfalls alles bestens, die Bauteile verrichten ihren Dienst erwartungsgemäß zuverlässig.

Auch die Bremsanlage hatte ich vor einigen Monaten getauscht. Ich verwende nun eine Shimano XT 785. Die Bremsbeläge waren immer noch neuwertig, aber mit dem Druckpunkt war ich noch nicht ganz zufrieden. Ich wollte erreichen, dass die Bremse sofort greift, wenn man den Bremshebel nur wenig zieht. Bislang musste man dafür den Bremshebel gut 2 cm ziehen, das war mir zu viel. Also wurden nacheinander sowohl Vorder- als auch Hinterrad ausgebaut und die Bremsbeläge entfernt. Dann habe ich zwischen die Bremskolben einen Abstandshalter geklemmt, der ungefähr einen Millimeter schmaler ist als die Dicke von Bremsbelägen plus Bremsscheibe. Der Bremshebel wurde ein paarmal angezogen, sodass der Abstandshalter von den Kolben gehalten wurde. Dann habe ich noch ein wenig Öl in die Leitung gespritzt und die Leitung wieder verschlossen. Man muss nun vorsichtig die Bremskolben etwas auseinanderdrücken, dann die Beläge wieder einbauen. Das Rad mit der Bremsscheibe sollte nun gerade so dazwischen passen. Dann noch ein paarmal den Bremshebel betätigen, damit sich das System ausrichtet. Fertig. Der Aufwand war verhältnismäßig gering, der Effekt aber umso größer: Die Bremsen packen nun sofort zu, wenn ich den Bremshebel um nur 5 mm ziehe. Perfekt! Wichtig ist, dass man diese Aktion mit neuen Bremsbelägen durchführt, da ansonsten der Abstand zu gering ist und es beim Wechsel der Beläge Probleme geben kann.

Zu guter Letzt kam ein neuer Satz reifen drauf. Die alten Schwalbe-Reifen kamen natürlich nicht in den Müll, sie taugen noch für normale MTB-Touren. Für einen Freeride Alpencross wollte ich jedoch den optimalen Kompromiss zwischen Grip (auch bei Nässe), Robustheit und Rollwiderstand. Ich habe mich deshalb vorne für den Continental Baron mit 2,3″ Reifenbreite entschieden. Vorne ist der Grip am wichtigsten, deshalb fand ich den etwas breiteren Downhill-Reifen genau passend. Sein offenes Profil sorgt für eine optimale Selbstreinigung. Hinten verwende ich den Continental Trail King (2,2″ Breite), der sowohl einen vertretbaren Rollwiderstand und trotzdem guten Grip bietet. Beide Reifen sind ausgestattet mit den Eigenschaften „Black Chili“ (bessere Haltbarkeit), der Trail King mit „Protection Apex“ (höherer Pannenschutz).

Gleichzeitig habe ich die Speichenspannung überprüft, hier war alles in Ordnung.

Es ist für mich sehr angenehm, ein so wartungsarmes Bike zu besitzen. Meine Umbauten haben nicht nur die Performance des Fahrrades verbessert, sondern ersparen mir langfristig eine Menge Ärger. Kein Stress mehr mit der häufigen Wartung und Bremskraftverlust von DOT-Bremsen, kein Frust über niemals perfekt funktionierende Luftdämpfer, kein Gefrickel mehr mit dem vorderen Umwerfer, dafür insgesamt ein sauberes unkompliziertes und zuverlässiges Enduro-Bike.

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