Vater-Sohn-Alpencross

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Video und Reisebericht

Alpencross-Dokumentationsvideo
Gesamtlänge: 400 km
Gesamtanstieg: 6.000 Hm
Gesamtabstieg: 13.070 Hm
Etappe 1: Füssen – Plansee – Heiterwang – Lermoos
Länge: 40 km
Steigung: 1.050 Hm
Etappe 2: Lermoos – Grubigstein – Fernstein – Imst – Zams – Krahberg – Pfunds
Länge: 81 km
Steigung: 1.150 Hm
Etappe 3: Pfunds – Nauders – Klasjungerkopf – Graun – Prad – Sulden
Länge: 71 km
Steigung: 450 Hm
Etappe 4: Sulden – Madritschjoch – Zufallhütte – Latsch – Naturns – Meran
Länge: 71 km
Steigung: 900 Hm
Etappe 5: Meran – Bozen – Kalterer See – Auer
Länge: 45 km
Steigung: 610 Hm
Etappe 6: Auer – Mezzolombardo – Santel – Meriz – Molveno – San Lorenzo
Länge: 61 km
Steigung: 550 Hm
Etappe 7: San Lorenzo – Dasindo – Treni – Arco – Torbole
Länge: 37 km
Steigung: 790 Hm

Das Ziel

Dieses Jahr wollte ich zum ersten Mal eine Vater-Sohn-Transalp wagen! Was gibt es Besseres, als mit seinem Sohn einen einwöchigen Abenteuerurlaub zu machen? Mit dreizehn Jahren hatte er nun ein Alter erreicht, in dem ich ihm einen Alpencross zutrauen würde. Besonders seine Bike-Beherrschung und Ausdauer hatten sich wesentlich verbessert. Ich wusste aufgrund von Fahrten im Allgäu und im Bikepark, dass er die anspruchsvollen Trails in den Alpen fahren kann und es auch durchhalten würde, jeden Tag mit Rucksack mehrere Stunden im Sattel zu sitzen.

Wir wollen nämlich nicht nur Radwege fahren. Mein Sohn möchte unbedingt möglichst viele anspruchsvolle Trails runterfahren. Nur die Via Claudia Augusta runterzuspulen war also kein Option. Das Uphill-Pensum wollte ich jedoch möglichst gering halten. Das würde mich vor eine Herausforderung bei der Planung stellen. Er lag mir auch schon lange in den Ohren, dass er unbedingt mal die Trails am Gardasee biken will. Der Abschluss am Lago di Garda ist somit obligatorisch.

Planung

Im Gegensatz zu meinen bisherigen Reisen werden diesmal alle Übernachtungen vorher gebucht. Die Biwakausrüstung bleibt zuhause, mein Rucksack wird dadurch halbleer sein. Die Buchungen sollten mindestens 4 Wochen im Voraus erfolgen, damit man noch Zimmer zu halbwegs vernünftigen Preisen bekommt. Das war jedoch nicht ganz einfach. Natürlich ist es leicht, teuere Hotels zu finden. Aber günstige Unterkünfte aufzutun, die Gäste für nur eine Nacht aufnehmen, ist in der Ferienzeit schwierig. Unzählige Anrufe waren notwendig, bis ich endlich alle Übernachtungen fixiert hatte.

Wir fahren in Füssen los und folgen im Großen und Ganzen der Via Claudia Augusta durch das Inntal, das Vinschgau, über Meran und Bozen bis zum Gardasee. Da die Via Claudia größtenteils aus eintönigen Radwegen besteht, habe ich einige Änderungen in die Route eingebaut. Um den Dreizehnjährigen nicht täglich mit endlosen Uphills zu überlasten und dennoch tolle Trails fahren zu können habe ich versucht, mit Unterstützung von Bergbahnen den Alpencross interessant zu gestalten. Die besten und anspruchsvollsten Trails liegen eben in einer Höhe, die man nur schwer erreichen kann. Dadurch kommen ein paar interessante Berge und Trailabfahrten hinzu, dank der Seilbahn-Auffahrten sogar mit nur wenig zusätzlichen Höhenmetern, die erklommen werden müssen.

Inzwischen öffnen sich die Skigebiete nach und nach dem Mountainbike-Sport. Wahrscheinlich erkennen sie, dass es mit dem Skitourismus jedes Jahr schlechter aussieht und sie irgendwie die Kosten für die unzähligen Bergbahnen wieder reinholen müssen. Das kann ich nur begrüßen, zumal das Mountainbiken wesentlich umweltfreundlicher ist als das Skifahren. Da das trotzdem noch nicht in die Köpfe aller Liftbetreiber eingesickert ist, sollte man sich unbedingt vorher erkundigen, ob die Seilbahnen auch wirklich Fahrräder mitnehmen.

Die Reise startet zum Ferienbeginn Anfang August. Aufgrund der Buchungen ist der Zeitplan leider festgelegt und wir können nicht flexibel auf widriges Wetter reagieren. Ich hoffe also, dass wir mit dem Wetter Glück haben werden. Im August ist das Risiko von nachmittäglichen Gewittern bekanntlich besonders groß, daher habe ich versucht, die großen Berge für den Vormittag einzuplanen.

Die Route

Pässe/Gipfel:

  • Schützensteig (1450 m)
  • Grubigstein (2000 m)
  • Krahberg (2200 m)
  • Klasjungerkopf (2160 m)
  • Madritschjoch (3110 m)
  • Meriz (1440 m)
  • Treni (930 m)

Die Transalp startet in Füssen. Auf dem mir bekannten Trail fahren wir hoch in die Bleckenau und auf dem Schützensteig hinunter zum Plansee. Dann geht es auf dem Zugspitz-Panoramaweg bis nach Lermoos.

Die Seilbahn transportiert uns auf den Grubigstein auf 2000 m, wo wir den bekannten Blindsee-Trail unter die Stollen nehmen wollen. Über den Fernpass geht es weiter bergab bis Fernstein. Wir folgen nun der offiziellen Via Claudia Augusta über Nassereith und Imst bis Zams im Inntal. Wir nehmen dann die Venetbahn hoch zum Krahberg, von wo ich mir eine spaßige Trailabfahrt zur Pillerhöhe und weiter ins Tal bis Prutz erhoffe.

Nun folgt eine weniger spannende Etappe entlang der Via Claudia nach Pfunds und Nauders. Dann wird es jedoch wieder interessant. Ein weiterer Seilbahn-Abstecher zum Klasjungerkopf ermöglicht uns ein Trailerlebnis bis Graun am Reschensee, bevor wir auf dem Radweg lange rasant bergab ins Vinschgau rollen. Ein langer Anstieg über 1200 Hm bringt uns abseits der Straße nach Sulden. Man kann hier auch zur Not aufs Taxi ausweichen.

Die Seilbahn erleichtert uns den Weg nach oben zur Schaubachhütte auf 2580 m. Weitere 500 anspruchsvolle Höhenmeter müssen wir aus eigener Kraft bezwingen, um den höchsten Punkt des Alpencross – das Madritschjoch (3110 m) – zu erreichen. Uns erwartet die längste und abenteuerlichste Trailabfahrt über die Zufallhütte durch das Martelltal zurück ins Vinschgau. In Latsch entscheiden wir kurzfristig, ob wir noch die Sailbahn nach St. Martin und den anschließenden Trail nach Tschars mitnehmen, oder auf direktem Weg über die Via Claudia nach Naturns und Meran radeln.

Die folgende Etappe ist unspektakulär. Es geht weiter auf dem Radweg von Meran entlang der Etsch nach Bozen, wo wir einen Abstecher über den Kalterer See machen und in Auer schließlich das Quartier beziehen.

Von Auer nach Mezzolombardo ist wieder der Etschtalradweg angesagt, dann fahren wir wahrscheinlich mit dem Bus bergauf nach Santel, nehmen den Lift hoch nach Meriz (Dosso della Rocca), wo es einen Bikepark gibt, und nehmen einen technischen Trail nach Unten, vorbei an Andalo bis zum Molveno-See. Am Uferweg geht es weiter nach Süden und wir setzten unsere Tour fort bis San Lorenzo in Banale.

Am letzten Tag radeln wir über die Dörfer Ponte Arche und Dasindo ins Val Lomasone, wobei ich versuche, verkehrsreiche Straßen zu vermeiden. Ein letzter Anstieg muss überwunden werden, bevor wir bei Treni die 930-m-Marke erreichen (das ist in der Nähe des Croce di Bondiga). Eine letzte noch unbekannte Trailabfahrt steht nun bevor, dann sind wir unten in Arco und legen die letzten 8 km bis Torbole auf Radwegen zurück.

Gesamtstrecke: 400 km
Gesamtanstieg: 6.000 Hm
Gesamt-Downhill: 12.070 Hm

Rückreise

Die Rückreise von Rovereto nach München erfolgt per Pahn. Die Tickets und insbesondere die Fahrradreservierungen habe ich vorab gebucht.


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