Alpencross 2012

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Video und Reisebericht

ac12_v01 Hauptkamm – 36-minütiges Alpencross-Video
Gesamtlänge: 435 km
Gesamtanstieg: 14.200 Hm
ac12_01 Etappe 1: Füssen – Alpsee – Weißenbach – Rotlechtal – Sinnesjoch
Länge: 50 km
Steigung: 1760 Hm
ac12_02 Etappe 2: Sinnesjoch – Imst – Wenns – Piller – Kaunertal – Gepatsch-See
Länge: 63 km
Steigung: 1890 Hm
ac12_03 Etappe 3: Gepatsch-See – Gletscherstraße – Weißseejoch – Melag
Länge: 16 km
Steigung: 1120 Hm
ac12_04 Etappe 4: Melag – Reschensee – Laatsch – Müstair – Val Mora
Länge: 61 km
Steigung: 1510 m
ac12_05 Etappe 5: Val Mora – Trelina – Passo di Verva – Grosio – Mortirolo – Vezza d’Oglio
Länge: 79 km
Steigung: 2880 Hm
ac12_06 Etappe 6: Vezza d’Oglio – Edolo – Cedegolo – Passo di Campo – Pracul
Länge: 62 km
Steigung: 2210 Hm
ac12_07 Etappe 7: Pracul – Pieve di Bono – Storo – Lago di Ledro – Riva del Garda
Länge: 62 km
Steigung: 850 Hm
ac12_08 Etappe 8: Riva del Garda – Ledro – Lenzumo – Bocca di Trat – Riva del Garda
Länge: 42 km
Steigung: 1970 Hm

Das Ziel

Natürlich habe ich aus den Fehlern bei der Planung des Alpencross 2011 eine Menge gelernt. Diesmal sollten besonders die Anstiege beim Zeitplan besser berücksichtigt werden. Das heißt, für harte Extrempassagen lieber einen kompletten Tag einplanen, als unter Zeitdruck zu geraten. Um beim Aufstieg nicht zu viel Zeit zu verlieren, darf es auch gerne mal auf Asphalt bergauf gehen. Verkehr wollte ich aber dennoch möglichst vermeiden. Zielsetzung:

  • Es werden keine Verkehrsmittel außer dem Mountainbike genutzt.
  • Tragestrecken sind kein Problem, sollten aber nicht überwiegen.
  • Einige gut fahrbare Anstiege (auch asphaltiert) mit einplanen, um Zeit zu sparen.
  • Vermeidung von Fahrten auf stark befahrenen Straßen so gut wie möglich.
  • Möglichst abseits der ausgetretenen Alpencross-Routen fahren.
  • Spontane und flexible Etappenplanung, keine Übernachtungsreservierungen.
  • Dauer: ca. 8 Tage.

Planung

Es sollte auch diesmal ein anspruchsvoller Alpencross werden, jedoch mit mehr fahrbaren Strecken als im Vorjahr. Die Federelemente meines neuen Zesty 514 sollen wieder etwas zu tun bekommen. Das Trailbiken auf S2- bis S3-Niveau ist für mich immer noch einer der wichtigsten Bestandteile einer gelungenen Transalp. Abgelegene Hochgebirgspassagen mit solchen Eigenschaften sind meistens nicht leicht zu erreichen, das heißt, ich werde um das Hinaufschieben und -tragen des Bikes nicht ganz herumkommen. Das habe ich mit einkalkuliert. Dennoch soll nicht zu viel Zeit mit der Tragerei verloren werden.

Die Berge sind mein zweites Zuhause, meine Ausrüstung ist optimiert, der Drang nach einer kräftigen Portion Hochgebirge ist ungebrochen. Auch in 2012 ist geplant alleine loszuziehen, denn in meinem Freundeskreis gibt es sonst keine Freeride-Outdoor-Bergsteiger-Biketräger-Spontan-Alpencrosser-Asketen. Ich hatte vor, nach Möglichkeit mit meinem neuen Tarp im Freien zu übernachten. Es ist ohnehin schwierig, als Radfahrer spontan ein Zimmer für eine Nacht zu finden. Besonders in Österreich habe ich es oft erlebt, dass behauptet wird die Zimmer wären alle belegt, obwohl dies offensichtlich nicht der Fall ist. Also ist es immer ein Vorteil, nicht auf ein Zimmer angewiesen zu sein. Die Vorbereitung der Route begann wie gewohnt schon einen Monat nach meiner Vorjahres-Transalp. Zeit genug, mich körperlich und mental auf das geplante Extrem-Abenteuer vorzubereiten.

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Gepäck für den Alpencross 2012

Diesmal soll ein guter Kompromiss gefunden werden zwischen fahrbaren Anstiegen und anspruchsvollen Trails. Das heißt, Extrempassagen und „gemütliche“ Passagen sollen sich einigermaßen abwechseln. Der anspruchsvollste Pass, an dem sich die ganze Routenplanung ausrichten wird, ist ein 3000er am Alpenhauptkam: Das Weißseejoch. Während der Quälereien auf meiner Transalp 2011 habe ich mir öfter gedacht: Nächstes Jahr fährst Du eine reine Genießer-Transalp! Doch sobald ich wieder zuhause war, sehnte ich mich schon wieder zurück in das fast unbezwingbare Hochgebirge.

Bis zum Alpenhauptkamm werde ich mit meinen Kräften einigermaßen sparsam umgehen. Keine steilen Tragestrecken, keine unfahrbaren Trails. Mit Hilfe der Kompasskarten habe ich eine angenehme und (hoffentlich) kurzweilige Strecke von Füssen bis ins Kaunertal ausgearbeitet. Nach Querung des Alpenhauptkammes kreuze ich im Vinschgau die Route von 2011 und mache einen kurzen Abstecher in die Schweiz. Dann soll es durch die Lombardei bis zum Gardasee gehen.

Die Lombardei war für mich absolutes Neuland. Die Kompasskarten für Livigno, Edolo und Adamello waren schnell besorgt. Leider sind auf der Strecke Straßen nicht immer vermeidbar, da es in den Tälern praktisch keine Wander- und Radwege abseits der Straßen gibt. Trotzdem habe ich versucht, die Straßenetappen möglichst kurz zu halten.

Zum Abschluss erwartet mich ein letzter Gipfel, von dem aus ein mir noch nicht bekannter Wanderweg direkt hinunter nach Riva führt. Die Vorfreude auf den sonnigen Riva-Strand, ein kühles Radler und eine feurige Pizza ist wie immer eine treibende Kraft auf dem Weg durch die Alpen…

Zeitpunkt der Reise ist Mitte Juli bis Mitte September… wer weiß das schon? 2010 war der komplette August verregnet und kalt. 2011 war das Wetter von Anfang Juli bis Mitte August eine Katastrophe. Wann wird es wieder einmal einen Sommer wie in 2003 geben? Der einzige Trost ist, viel schlimmer kann es nicht werden. Deshalb wird es laufen wie immer: Termin planen und notfalls verschieben.

Die Route

ac12_karte

ac12_profil

Die Etappen über den Alpenhauptkamm und den Passo di Campo sind nicht zur Nachahmung empfohlen! Sie führen durch Gelände, das nicht zum Mountainbiken geeignet ist.

Die Alpenüberquerung beginnt in Füssen. Direkt vorbei am Alpsee führt die Route durch das „Tor der Alpen“ in das Tiroler Lechtal. Bei Weißenbach kommt der Abzweig ins Rotlechtal, dann geht es aufwärts am Alpleskopf vorbei zum Sinnesjoch.

Bei Imst wird der Inn überquert und es geht im ersten Teil des Pitztales bergauf. Schon nach kurzer Zeit wird über die Pillerhöhe ins Kaunertal gequert, durch welches es kontinuierlich aufwärts geht bis zum Gepatsch Stausee.

Über Asphaltserpentinen folgt die Kaunertaler Gletscherstraße bis zum Wanderweg-Abzweig. Auf dem sehr steilen und felsigen Pfad geht es weiter bergauf. Nach der Querung des Weißseejoches auf 3000 m erwartet mich der Abstieg in das Langtaufertal. Eine kurze, aber extrem anstrengende Tragepassage.

Durch das Langtauferertal wird bis zum Reschensee ins Vinschgau abgefahren. Von dort führt der Weg weiter bergab. Bei Glurns radelt man in südwestlicher Richtung über die schweizer Grenze nach Müstair. Schon bald zweigt der Wanderweg ab und führt hinauf in das Val Mora.

Vom Val Mora geht es rund 50 km weit auf etwa 2000 m Höhe entlang, vorbei am Lago di San Giacomo und über die Höhe Bocchetta Trelina in das Tal Viola Bormina, und dann links weg zum Passo di Verva. Unten in Grosio angekommen folgt ein lang gezogener Asphaltanstieg bis hoch zum Passo del Mortirolo (eigentlich Passo della Foppa), der als Etappe des Giro d’Italia Bekanntheit erlangt hat. Oben angekommen, folgt man dem Abzweig nach links, um die Asphaltabfahrt zu vermeiden. Der Downhill endet dann in Vezza d’Oglio.

Von Vezza d’Oglio aus folgt man größtenteils auf einem Wanderweg parallel zur Straße bis Édolo, dann über Sónico und Malonno bis Cedegolo. Das Valle di Saviore führt direkt in das Adamello-Massiv hinein. Bald geht es rechts weg zum Lago d’Arno und über den Passo di Campo, der als schwierigster Pass der Heckmair-Route bekannt geworden ist. Ab hier heißt es wieder Bike tragen. Nach dem Pass und einem beschwerlichem Abstieg geht es (leider auf Asphalt) lange bergab bis Pieve di Bono.

Von Pieve di Bono fährt man auf einem Radweg bis Storo. Dann muss man leider auf der Straße ins Valle di Ledro hineinfahren. Bei Bezzecca zweigt man ab in Richtung Lenzumo. Es folgt ein weiterer Anstieg auf den Bocca del Trat auf 1600 m. Dann führt ein Trail über den Sentiero della Pinza hinunter bis Riva del Garda.

Gesamtstrecke: 435 km
Gesamtanstieg: 14.200 Hm

Bei acht Tagesetappen erwarten mich durchschnittlich etwa 1780 Hm und 55 km pro Etappe.

Besonders die Strecke über den Alpenhauptkamm und den Passo di Campo sind nicht zur Nachahmung empfohlen. Es handelt sich größtenteils um lange Tragestrecken im unwegsamen Hochgebirge, die auch für Wanderer schwierig sind.

Rückreise

Dieses Jahr transportiert die Bahn wieder Fahrräder. Dafür kommt eine Baustelle am Brenner erschwerend hinzu, die den Zugverkehr in den Sommermonaten stark einschränkt. Dennoch habe ich es geschafft, einen Platz für mich und mein Bike für nur 40 EUR zu reservieren.

Wanderkarten

Hier eine Liste der Wanderkarten, die man für die Route benötigt:

  • 4 Füssen, Außerfern 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01900400
    ISBN 978-3-85491-006-0
  • 24 Lechtaler Alpen, Hornbachkette 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01902400
    ISBN 978-3-85491-025-1
  • 43 Ötztaler Alpen, Ötztal, Pitztal 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01904300
    ISBN 978-3-85491-049-7
  • 52 Vinschgau/Val Venosta 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01905200
    ISBN 978-3-85491-058-9
  • 96 Bormio, Livigno, Valtellina 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01909600
    ISBN 978-3-85026-515-7
  • 94 Édolo, Aprica 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01909400
    ISBN 978-3-85491-101-2
  • 71 Adamello/La Presanella 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01907100
    ISBN 978-3-85491-080-0
  • 071 Alpi di Ledro, Valli Giudicarie 1:50.000
    Art.-Nr. 06 01900710
    ISBN 978-3-85491-560-7

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