Große Starnberger-See-Runde

Die Tour an diesem sonnigen Sonntag begann mit einer 10 km Anreise zur Großhesseloher Brücke. Zuhause hatte ich kurz vor Abfahrt noch bemerkt, dass mein Vorderreifen platt war, also habe ich kurzerhand einen alten Nobby Nic aufgezogen und einen neuen Schlauch reingepackt. Die Fehlersuche würde ich auf einen anderen Tag verschieben.

Bei Pullach bin ich in den nördlichen Forstenrieder Park eingebogen und habe diesen wildschweinfrei bis Stockdorf durchquert. Dann bin ich den Waldwegen weiter nach Süden gefolgt und schließlich nach einer rasanten Abfahrt an der Würm gelandet. Diesem romantischen Fluss bin ich ca. 3 km weit gefolgt. Hier waren viele Radfahrer unterwegs, doch bald war ich wieder alleine, als ich den Anstieg auf den Karlsberg in Angriff genommen hatte. Abgesehen von einer Gruppe Jugendlicher, die von den aktuellen Pandemie-Regeln wohl nicht viel gehalten haben, war ich hier ungestört. Die folgende Trailabfahrt mündete in Leutstetten und über Holzplanken rollte ich durch die Sumpflandschaft des Leutstettener Moos bis Percha.

Bis hierhin lief die Tour sehr gut, meine Kondition schien ausgezeichnet zu sein. Eine Fahrt ans Ufer des Starnberger Sees habe ich mir gespart, da ich mit großen Menschenansammlungen rechnete. Stattdessen habe ich den Weg bergauf entlang des Lüßbach genommen und bin nach einer großen Pferdekoppel rechts abgebogen. Weiter durch den Wald bis Mörlbach, dann unter der A95 durch auf abgelegenen Waldpfaden mit einigen Steigungen nach Irschenhausen und Icking. Diese Strecke vom Starnberger See nach Icking war mit Abstand die ruhigste. Ich habe das als sehr angenehm empfunden, ganz im Gegensatz zu dem, was mich an der Isar erwarten würde. Schon in Icking war der Wanderparkplatz oberhalb der Isar mit Autos vollgestopft.

Eine anspruchsvolle und leider viel zu kurze Wurzeltrail-Passage spuckte mich am Auenbach in der Nähe des Ickinger Wehrs aus. Ich kannte hier einige Singletrails, die ich fahren wollte. Bereits hier waren schon jede Menge Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Als ich schließlich am Bruckenfischer herauskam, war dieser leider geschlossen. Etliche Biergärten in der Region boten aufgrund der Corona-Schließung immerhin Essen zum Mitnehmen an, doch hier war alles dicht. Macht nichts, eine Brotzeit hatte ich sowieso dabei.

Ab hier wurde der „Verkehr“ auf den Isar-Radwegen Richtung München zunehmend stärker. Vorbei am Georgenstein kam ich am Isarufer bei Buchenhain an. Hier herrschte Hochbetrieb, dutzende Ausflügler hatten es sich in der Sonne gemütlich gemacht. Nun machte ich mich zügig auf den Heimweg nach Norden, dann über die Großhesseloher Brücke zum 10-km-Endspurt.

Insgesamt 81 km und 320 Höhenmeter Anstieg, sowie eine respektable Ausdauer waren mein Gesamtergebnis des Tages. Ich hatte den Tag und das herrliche Wetter optimal genutzt. Ich musste mir für die nächste Tour jedoch etwas überlegen, da ich keine Lust hatte, unterwegs so vielen Menschen zu begegnen. Das war heute extrem gewesen, trotz (oder gerade wegen?) der geltenden Ausgangsbeschränkungen. Viele Menschen haben immerhin versucht, sich an die Abstandsregeln zu halten, aber es gab auch einige, die sich nicht darum scherten und in größeren Gruppen unterwegs waren.

Es stehen noch einige sonnige Tage bevor, die ich für Sportaktivitäten nutzen möchte. Nun gilt es, die Karte zu studieren und ein paar Alternativen zu finden…

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6 Antworten

  1. Uli sagt:

    Starnberger See, Würm, Isar – alles Spots die man derzeit vermeiden sollte, vor allem am Wochenende und ab Mittag.
    Wer sich ein wenig umsieht kann aber auch südlich vom München weniger befahrene Wege finden und wer dann noch die Biketour in die Morgenstunden verschiebt wird kaum Probleme bekommen. Ich war heute auch in der Gegend unterwegs, aber um 11Uhr wieder zu hause. Schön wars.

  2. Klaus sagt:

    schöner Tourenbericht. Dass du dir die Fahrt zum Ufer des Starnberger Sees gespart hast kann ich gut verstehen.

  3. Marc sagt:

    Welche Schuhe hast du da an? Und welche wirst du für den diesjährigen Alpencross nutzen (sofern er stattfindet)?

    • Gletschersau sagt:

      Das ist der Five Ten Freerider Canvas. Ein Schuh, den ich nicht nur zum Biken sehr gerne trage. Für den Alpencross verwende ich den Five Ten Freerider EPS, weil der ein geschlossenes Material hat und bei Nässe nicht so leicht feucht wird.

  4. Wolfgang sagt:

    Ist Dir da die Sohle nicht zu „rutschig“, i.S. von Bergschuhsohle wäre, gerade beim schieben/tragen besser?
    Ansonsten drück ich Dir die Daumen, daß der geplante Cross klappt, in jeglicher Hinsicht

    • Gletschersau sagt:

      Hallo Wolfgang, danke! Ich bezweifle jedoch, dass in diesem Jahr die Grenzen wieder geöffnet werden.
      Die Schuhe sind ein Kompromiss. Bergschuhe greifen auf den Flat-Pedalen nicht besonders gut. Die Five-Ten haben auf den Pedalen perfekten Grip. Sie haften auch gut auf trockenem Fels. Bergschuhe haben auf lockerem oder nassen Boden oder auf Schneefeldern eine Vorteil. Ich war viele Jahre mit Bergschuhen unterwegs und habe nun zu Five-Ten gewechselt, damit komme ich besser zurecht.

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