Je nach Art des Vorhabens benötigt man individuell angepasste Ausrüstung. Die Ausrüstung für das Vorhaben Alpencross muss optimiert sein auf Gewicht, Größe und Wetterfestigkeit. Der Rucksack sollte nicht mehr als 6-8 kg wiegen, weil sonst der Spaß beim Trailfahren merklich gemindert wird. Im Folgenden ist die Ausrüstung beschrieben, die ich verwende wenn ich alleine eine Woche lang in den Alpen unterwegs bin. Für die meisten Alpencrosser wird eine Camping-Ausrüstung jedoch überflüssig sein.
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Packliste
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Rucksack
Die Bedingungen, die der Rucksack erfüllen muss, sind klar: Wasserdicht und ein Fassungsvermögen von mindestens 25 Litern. Die meisten Hersteller bieten Regenschutzhüllen für ihre Bike-Rucksäcke. Ich habe verschiedene Produkte ausprobiert und diese Art von Regenschutz nie gemocht. Besonders bei langen Regentouren weicht der Rucksack an der Rückenseite durch. Man muss also den Inhalt zusätzlich wasserdicht in Tüten verpacken. Die Befestigung der Regenhülle ist ein sinnloses Gefummel. Die Robustheit dieser Produkte war auch recht beschränkt.

Seit 2012 gibt es von Ortlieb
den MountainX 31. Meiner Meinung nach der ultimative Transalp-Rucksack. Dank eines neuartigen beschichteten reißfesten Gewebes wiegt er trotz seines Volumens nur 1200 g, ist damit sogar teilweise leichter als die Konkurrenz. Natürlich ist er wasserdicht. Das Volumen ist mit 31 Litern mehr als ausreichend. Genial sind die Verschlüsse: Oben hat er den Ortlieb-typischen wasserdichten Rollverschluss. D.h. man hat etwa ±2 Liter Spielraum beim Volumen, was ich sehr nützlich finde. In der Mitte hat er außerdem einen umlaufenden wasserdichten Reißverschluss. Oberhalb des Reißverschlusses befindet sich ein einknöpfbarer Zwischenboden. So kann der Rucksack in zwei Fächer (oben und unten) unterteilt und in der Mitte aufgeklappt werden. Endlich ist Schluss mit dem Gewühle! Der Rucksack hat auch eine Menge praktischer Fächer und ein sehr bequemes Tragesystem mit Belüftung. Ein weiteres nützliches Feature ist ein hermetischer Duchlass für den Trinkschlauch.

Bereits in 2009 bin ich auf den Rucksack Ortlieb Flight gestoßen, der damals meine Anforderungen alle erfüllen konnte: Robust, wasserdicht, hochwertig, komfortabel zu tragen. Es gibt in mit 22 und 27 Litern Volumen. Für eine Transalp wäre die 27-Liter-Variante empfehlenswert. Es ist nämlich zu beachten, dass wegen des Tragesystems und -komforts der Rucksack nicht ganz vollgestopft werden sollte. In den 27-Liter-Rucksack passen dann effektiv etwa 25 Liter hinein.
Rahmentasche

Um den Rücken zu entlasten macht es Sinn, schwere und kleine Gegenstände wie z.B. Werkzeug in Rahmentaschen auszulagern. Diese Taschen können in das Rahmendreieck des Bikes eingehängt werden. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Formen von Herstellern wie Deuter, VauDe, Abus und anderen. Wichtig dabei ist, dass die Rahmentasche das hintere Federelement nicht behindert und nicht herumwackelt. Satteltaschen können auch sehr nützlich sein, sie dürfen aber bei schwierigen Trails nicht zu sehr wackeln und keinesfalls das Herunterstellen des Sattels behindern.
Schlafsack

Gewicht kleines Packmaß sind wichtige Kriterien für den Schlafsack. Wenn man nicht viel Geld ausgeben will kann dies nur ein Sommerschlafsack erfüllen kann. Bei Temperaturen unter 10 °C wird es dann jedoch ziemlich unangenehm, selbst wenn man sämtliche Kleidung anzieht. Besonders nützlich ist solch ein Schlafsack für Hüttenübernachtungen.
Brauchbare Sommerschlafsäcke sind zum Beispiel der Salewa Sigma Micro 600 (600 g), Deuter Dreamlite 500 Regular (500 g) oder der Tagoss Sundance Ultra lite (750 g). Die Modelle lassen sich auf ein Packmaß von um die 28 x 14 cm zusammenrollen. Der Komfortbereich liegt bei ca. 10-15 °C. Bei niedrigeren Temperaturen sollte man warme Sachen anziehen und zusätzlich den Biwaksack verwenden.
Es gibt auch sehr hochwertige Daunenmodelle mit größerem Temperaturbereich, höherem Komfort und trotzdem geringem Gewicht. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist die so genannte Bauschkraft, die in cuin angegeben wird (cuin = cubic inches per ounce). Je höher der Wert, desto besser die Wärmeisolierung im Verhältnis zum Packmaß. Hochwertige Daunen wie z.B. die norwegische oder polnische Gänsedaune haben einen Wert von 700-800 cuin. Diese Schlafsäcke sind jedoch sehr teuer (mehrere hundert EUR) und lohnen sich eher für Leute, die häufig Outdoor-Urlaube bei Temperaturen von 5 °C oder niedriger machen.
Ein sehr guter aber doch bezahlbarer Schlafsack ist der X-Lite 200 von Cumulus mit 850 cuin und einem Gewicht von ca. 450 g. Sein Komfortbereich geht bis 3 °C herunter.
Mehr Informationen über das Campen in den Alpen findest du auf meiner Transalp Seite
Isomatte

Die Isomatte ist ein absolutes Muss, da der Boden nachts die Wärme regelrecht aus einem heraussaugt. Die entscheidenden Faktoren für eine Isomatte sind Isolationswirkung, Gewicht und Packmaß.
Selbstaufblasende Thermoluftmatratzen von hoher Qualität zeichnen sich durch eine gute Isolation gegen den Boden aus, sowie durch ihr relativ geringes Gewicht. Ich habe unter anderem von Therm-A-Rest die Isomatte ProLite Plus verwendet. Das Gewicht dieser Matte liegt bei etwa 690 Gramm und sie hat ein Packmaß von nur 28 x 12 cm. Die Isolation ist sehr gut und das Material recht robust. Trotzdem muss man natürlich aufpassen, dass man die Matte nicht auf spitze Steine oder Dornen legt, ansonsten wird man zum Flickzeug greifen müssen. Man liegt darauf außerdem deutlich bequemer, als auf einer regulären Schaumstoffmatte.
Alternativ kann man sich auch mit einer simplen Schaumstoffmatte begnügen. Hier gibt es auch einige Qualitätsunterschiede beim verwendeten Polyethylen. Billige Matten sind nicht druckbeständig und behalten ihre isolierende Wirkung nicht. Für einen 1-wöchigen Alpencross ist das jedoch eher irrelevant. Bessere Matten bestehen aus geschlossenzelligem PE-Schaum, sind elastischer und druckbeständiger. Die Isolationswirkung von Schaumstoffmatten ist jedoch allgemein nicht so gut wie die von guten selbstaufblasenden Matten. Ein weiterer Nachteil der Schaumstoffmatten ist das relativ große Packmaß. Dafür ist das Gewicht fast vernachlässigbar (um die 300 Gramm) und sie kosten wenig.
Zelt/Biwak

Wenn man einmal in den Bergen im Freien übernachten muss, sollte man ein Biwak oder ein Leichtzelt (Tarp) mitnehmen. Diese schützen nicht nur vor Regen und schlechtem Wetter, sondern halten auch in kalten Nächten effektiv den Wind ab und verbessern so den Temperaturbereich des Schlafsackes.
Die wohl praktischste und leichteste Lösung ist ein Biwaksack. Mit einem Gewicht von rund 500 Gramm und kleinem Packmaß kann er in jedem Rucksack untergebracht werden. Wichtig ist natürlich, dass der Biwaksack wasserdicht ist. Man sollte außerdem wissen, dass der Körper nachts viel Feuchtigkeit abgibt, die sich dann in Form von Kondenswasser innen am Biwaksack absetzt. Atmungsaktive Biwaksäcke sind teurer und werden innen weniger feucht, aber selbst diese sollten zusammen mit dem Schlafsack nach Gebrauch möglichst in der Sonne getrocknet werden. Bei starkem Regen sind Biwaksäcke eher ungeeignet. Biwaksäcke gibt es von verschiedenen Firmen für Outdoor-Bedarf, wie z.B. Salewa oder VauDe. Ein taugliches und preisgünstiges Modell ist z.B. der Salewa Bivibag Storm.
Die Vorteile von Tarps sind, dass sie gemütlicher sind (es ist einfach angenehmer, ein Dach über dem Kopf zu haben) und das Kondenswasser-Problem nicht haben. Außerdem kann man je nach Größe auch noch Ausrüstung oder Schuhe vor Regen schützen. Sie bieten einen besseren Schlafkomfort und haben teilweise auch Moskitoschutz, der für einen Alpencross aber eher nicht so wichtig ist. Leichte Einpersonen-Tarps wiegen um die 600-800 Gramm und sind relativ teuer. Meistens werden Zubehörteile für die Abspannung nicht in das Gewicht mit eingerechnet. Man benötigt also zusätzlich Seile und eventuell Gestänge.
Werkzeug

Für Pannen und Notfälle benötigt man Werkzeug, auf das man sich verlassen kann. Standardwerkzeug ist unhandlich und schwer. Deshalb sollte man auf Tools zurückgreifen, die alles bieten was man zum Reparieren eines Mountainbikes braucht, und trotzdem handlich und leicht sind.
Das Alien II von Topeak hat diverse Praxistests erfolgreich absolviert. Mit seinen nur 270 Gramm bietet es Innensechskant mit 2/2.5/3/4/5/6/8/10mm, Vielzahnschlüssel T25, Ringschlüssel 8/9/10mm, Speichenschlüssel 15g/14g, Kettennieter, Kettenhaken, 2 Reifenheber, Pedalschlüssel, Kreuzschlitz- und Flachkopf-Schraubendreher, Messer, Flaschenöffner und ein Staufach für 2 Nietstifte.
Wichtig beim Flickzeug ist, dass es gut verpackt ist, so dass die Tuben mit der Vulkanisierlösung nicht beschädigt werden. Vorsicht: Auch ungeöffnete Vulkanisierlösung trocknet im Laufe der Jahre ein. Das kann im Pannenfall fatal sein. Außerdem sollte man mindestens einen Ersatzschlauch dabeihaben. So kann man nach dem Schlauchwechsel sofort weiterfahren und den beschädigten Schlauch später flicken.
Schutzbekleidung
Ein Helm ist beim Mountainbiken sowieso obligatorisch. Fahrradhandschuhe würde ich dringend empfehlen, damit man sich beim Sturz nicht die Handflächen zerstört. Über Arm- und Beinprotektoren kann man nachdenken. Meiner Meinung nach sollte jeder seinen Fahrstil und die Risikobereitschaft selbst einschätzen und danach entscheiden, ob er Protektoren verwenden will. Besonders Schienbeinschützer können typische Narben von Pedalen und Kettenblatt verhindern, die man sich beim Mountainbiken leicht zuzieht. Das Mehrgewicht und vor allem die Sperrigkeit sollte man bei einem Alpencross natürlich auch berücksichtigen.
Fahrradschloss

Kein Mensch wird ein 1 kg schweres Stahlbügelschloss mit über die Alpen schleppen. Sinn des Schlosses ist es nicht, dem größten Bolzenschneider zu widerstehen, sondern zu verhindern, dass jemand sich blitzschnell das Bike greift und einfach wegfährt. Da man bei einer Transalp das Bike ohnehin ständig bei sich haben sollte, ist ein relativ leichtes Kabelschloss ausreichend. Das Kabel sollte so dick sein, dass man es mit einem Seitenschneider nicht durchknipsen kann. Interessante Varianten gibt es z.B. von Abus (Schlaufenkabel mit Vorhängeschloss). Mit 8 mm Dicke und 2 m Länge wiegt das Teil gerade mal 300 Gramm (ohne Vorhängeschloss). Damit kann man sehr gut bis zu 2 Bikes sichern.
Pedale und Schuhwerk

Zuerst muss man sich entscheiden, ob man mit oder ohne Klickpedalen fahren will. Klickpedale sind bei der Kraftübertragung etwas effizienter, da man bei der Aufwärtsbewegung der Pedale diese mit dem Fuß nach oben ziehen kann, und dadurch eine gleichmäßigere Belastung hat. Außerdem hat man etwas mehr Kontrolle über sein Bike auf schwierigen Downhill-Trails. Ansonsten halten sich die Vorteile in Grenzen. Nachteil von Klickpedalen ist, dass man bei der Wahl des Schuhwerkes eingeschränkt ist. Bei unerwarteten Stopps kommt es nicht selten vor, dass es der Biker nicht rechtzeitig schafft, sich aus den Pedalen zu klinken und den Fuß abzusetzen, und dann mitsamt dem Fahrrad umkippt.
Ich bevorzuge es auf ganz simplen Käfigpedalen zu fahren und mir genau den Schuh zu suchen, der für die jeweilige Situation passend ist. Da beim geplanten Alpencross viele Schiebe- und Tragestrecken in schwierigem Gelände vorkommen, ziehe ich richtige Bergschuhe vor. Bergstiefel mit hohem Schaft kann man in Erwägung ziehen, wenn man sehr viel über Fels und Geröll schiebt und trägt, da sie noch besser vor dem Umknicken schützen. Wichtig ist, dass der Schuh eine feste steife Sohle hat, leicht und wasserdicht ist.
Bereifung

Über die richtige Bereifung für einen Alpencross gibt es unzählige Diskussionen und Meinungen. Wichtig ist bei einer solchen Reise nicht nur ein guter Grip auf steiningem, nassen, schottrigen, rutschigen Gelände, sondern auch eine hohe Pannensicherheit, geringes Gewicht und akzeptabler Rollwiderstand. Die Sache wird dadurch kompliziert, dass diese Voraussetzungen teilweise widersprüchlich sind. Guter Grip bedeutet, weichere Gummimischung und dadurch automatisch ein höherer Rollwiderstand. Hohe Pannensicherheit bedeutet z.B. eine schnittsichere Reifenflanke und automatisch ein höheres Gewicht. Es gilt also, hier den optimalen Kompromiss zu finden.
Die für mich optimale Lösung habe ich in der richtigen Kombination von Reifen des Herstellers Schwalbe gefunden. Die Karkassen von Schwalbe-Reifen sind hochentwickelt und haben sich unter extremsten Bedingungen bewährt. Die optimale Kombination ist für mich derzeit: Schwalbe Hans Dampf TrailStar 26 x 2.35 vorne, Schalbe Nobby Nic PaceStar 26 x 2.25 hinten. Der Hans Dampf bietet hervorragenden Grip selbst auf nassem Fels und hat dafür einen höheren Rollwiderstand. Der Nobby Nic ist der ideale Allround-Reifen für die Berge mit gutem Grip und akzeptablen Rollwiderstand. Die Reifen fahre ich mit knapp 3 bar Luftdruck. Ob tubeless oder nicht, spielt eigentlich keine große Rolle. Einen Ersatzschlauch sollte man in jedem Fall dabei haben.
GPS-Navi

Über GPS wurde ja bereits auf meiner GPS-Navi-Seite genug geschrieben. Ich benutze das Garmin eTrex 20. Das ist robust und wasserdicht. Ein großer Vorteil ist, dass das Legend mit auswechselbaren AA-Batterien betrieben wird und etwa 20 Stunden Laufzeit hat. So kann man wahlweise bei Tagestouren Akkus verwenden, oder bei mehrtägigen Touren Erstatzbattereien mitnehmen oder unterwegs besorgen. Das Display lässt sich auch ohne Beleuchtung in fast allen Situationen gut ablesen, weil es das Umgebungslicht zurückreflektiert. Das spart eine Menge Strom. Es wurde von mir mit einer 2 GB MicroSD-Karte ausgestattet. Darauf hat das Kartenmaterial der kompletten europäischen Alpen inklusive Höhenlinien Platz, und noch viel mehr. Ich verwende die Karten von OpenMTBMap. Die mitgelieferte Halterung von Garmin sollte am Vorbau angebracht werden. Im Gegensatz zur Vorgängerversion ist die Halterung wesentlich ausgereifter und sicherer. Trotzdem sollte man das Navi aus Sicherheitsgründen zusätzlich mit der Handschlaufe am Lenker sichern.
Ich empfehle unbedingt, die aktuelle Firmware aufzuspielen. Mit der älteren Firmware 2.80 gab es extreme Performance-Probleme beim Nachladen der Kartenkacheln.
Digicam

Während eine digitale Spiegelreflexkamera sicher noch bessere Bilder liefert, würde sie aus Gewichtsgründen beim Alpencross eher nicht in Frage kommen. Empfehlenswert ist also eine kleine, handliche Digicam mit sehr guter Bildqualität und den notwendigen Features. Die Bildqualität hängt einerseits von der Größe des CCD-Sensors ab (bei 10-12 Megapixel etwa 1/1,8 Zoll Minimum, besser noch 1/1,7), als auch von der Objektivqualität und der Belichtungsautomatik. Ein Zoom mit Weitwinkel (idealerweise ab 28mm Brennweite) ist notwendig. Weiterhin wichtig sind mir eine Bildauflösung von mindestens 10 Megapixeln, optischer Bildstabilisator, Belichtungskorrektur, Video-Aufzeichnung in HD-Auflösung, Display mit einer Auflösung von mindestens 200.000 Pixeln (um die Qualität der Fotos besser beurteilen zu können), programmierbarer Selbstauslöser (mehr als 10 Sek., mehrere Bilder nacheinander), sowie ein Stativgewinde für das Gorillapod.
Für den Alpencross 2010 habe ich meine alte bewährte Canon Powershot G7 verwendet. Seit 2011 setze ich auf die Canon Powershot G12.
Gorillapod

Um auch anständig Fotos mit Selbstauslöser machen zu können, kommt das Gorillapod von Joby zum Einsatz. Dieses äußerst praktische Mini-Stativ ist eine geniale Erfindung! Dank seiner beweglichen Beine kann man das Stativ nicht nur auf sehr unebenen Untergrund platzieren, man kann es auch direkt an Ästen, Pfosten, Baumstämmen etc. befestigen. Eine kleine Vorrichtung erlaubt das einfache Einklinken der Digicam. Man muss dafür eine Digicam mit Stativgewinde haben. Es empfiehlt sich außerdem das Gorillapod SLR zu verwenden, da es Kameras mit bis zu 800 g Gewicht stabil halten kann und eine kleine Wasserwaage hat, mit der man die Kamera horizontal ausrichten kann (ein nicht zu unterschätzendes Feature). Das Teil wiegt 165 Gramm.
Taschenlampe

Es empfiehlt sich, eine leichte aber dennoch helle Mini-Taschenlampe auf den Alpencross mitzunehmen. Die nützt nicht nur nachts in Notfällen, sondern auch als Fahrradlicht wenn man bei Dunkelheit fahren oder einen Tunnel durchqueren muss. Es gibt hier sehr gute Modelle mit einer superhellen LED von unterschiedlichen Herstellern. Ich setze auf die Modelle von Fenix, wie zum Beispiel der LD10. Die ist sehr klein, benötigt nur eine AA-Batterie, ist wasserdicht und wirklich sehr hell. Dazu gibt es für wenig Geld einen praktischen Taschenlampenhalter von Twofish mit Klettverschluss für den Lenker, der sich in der Praxis bewährt hat. Für Tunnelfahrten ist es sicher nicht verkehrt, noch ein kleines LED-Rücklicht dabeizuhaben.
Getränke und Salz

Man mag mich einen Spartaner nennen, aber ich trinke auf Biketouren ausschließlich Wasser. Apfelschorle und Co. sind mir zu süß. Isotonische Getränke sind meiner Meinung nach Humbug und schmecken übel. Mit Mineral-Brausetabletten ist es ähnlich, zumal das Zeug ekelhaft schmeckt wenn das Wasser warm geworden ist. Wasser gibt es in den Alpen fast überall und kostenlos. Bei einem Alpencross trinke ich etwa 8-10 Liter am Tag, vorzugsweise etwas angewärmt aus der Flasche und nicht direkt aus der Quelle. In Deutschland und Österreich ist das Nachfüllen an den vielen Brunnen problemlos möglich. Brunnen und Quellen unterhalb von Almwiesen sollte man meiden, da das weidende Vieh eventuell das Quellwasser verseucht hat. Auch in Italien habe ich mit Brunnen immer gute Erfahrungen gemacht (im Zweifelsfall fragen), jedoch sind dort die Quellen deutlich dünner gesät.
Da ich auf dem Alpencross sehr viel trinke und schwitze, wird dem Körper massiv Natrium entzogen. Damit es nicht zum Natriummangel mit den damit verbundenen Symptomen (Muskelkrämpfe, Leistungsabfall, Schwindel, Übelkeit) kommt, habe ich immer ein kleines Döschen Salz dabei. Davon löse ich etwa 2 Gramm (eine Prise) pro Liter im Trinkgefäß auf.
Ich habe gerne immer 2 Liter Wasser bei mir, das reicht normalerweise bis zur nächsten Nachfüllmöglichkeit. Flaschenhalter am Fahrradrahmen mag ich nicht so gerne. Auch deshalb, weil die Montage an einem Fully wegen des Dämpfers und des beweglichen Hinterbaus oft problematisch ist, besonders wenn man schon eine Rahmentasche montiert hat. Eine Wasserblase im Rucksack ist eine vernünftige Alternative. Ich persönlich setze auf den 2-Liter-Wasserbeutel von Ortlieb, der sich seit vielen Jahren bewährt hat. Trinkschläuche, die das Trinken während der Fahrt ermöglichen, halte ich für unnötig.
Müsliriegel selbst gemacht
Die meisten Müsliriegel, die man kaufen kann, sind nicht besonders viel wert. Sie sind nicht vollwertig und enthalten Zucker, Schokolade oder andere unerwünschte Zutaten. Selbst gemachte Müsliriegel sind die ideale Bikernahrung: Vitaminreich, mineralstoffreich, gesund, lecker, haltbar und sie liegen nicht schwer im Magen. Dieses Müsliriegel-Rezept habe ich durch viele Versuche selbst ausgetüftelt. Die Riegel sind sozusagen komprimierte Energie. Zwei Stück davon haben mich schon öfter über einen halben Tag ohne Nahrung gerettet. Hier ein erprobtes Rezept, welches 1 Backblech oder ca. 30-35 Riegel ergibt:
Zutaten:
- 50 g Butter
- 400 g Honig
- 80 ml Wasser
- 50 g Vollkornmehl
- 3 Esslöffel Kakaopulver
- 200 g feine Vollkorn-Haferflocken
- 400 g geriebene Nüsse, gehackte Mandeln, Sonnenblumenkerne etc.
- 300 g Rosinen, getrocknete Früchte, Citronat etc.
- (Die Mischungsverhältnisse von Haferflocken, Nüssen und getrockneten Früchten kann man gerne nach Gusto verändern.)
Zubereitung:
- Nüsse fein hacken oder mahlen. Getrocknete Früchte, Rosinen, Citronat klein hacken.
- Butter und Honig im Topf erhitzen.
- Mehl mit dem Wasser klumpenfrei verrühren.
- Alles in einen Topf geben und die restlichen Zutaten dazuschütten. Gründlich zu einer homogenen Masse vermischen.
- Die Masse bei geringer Hitze 10 Minuten ziehen lassen.
- Masse auf einem Backblech verteilen (Backpapier unterlegen!) und mit einem zweiten Backpapier von oben plattdrücken.
- Bei 140 °C etwa 30 Minuten lang im Ofen backen.
- Vor dem Abkühlen den Teig sofort in Form der Müsliriegel einschneiden. Abkühlen lassen.
Haltbarkeit:
Die Riegel sind im Kühlschrank einige Wochen lang haltbar, und im Rucksack einige Tage (nach 7 Tagen Alpencross waren sie bei mir noch einwandfrei). Diese Angaben natürlich ohne Gewähr.

Dörrfleisch-Rezept (Beef Jerky)
Zu meinen liebsten Snacks für unterwegs gehört das Dörrfleisch. Es hat einen hohen Nährwert, enthält Proteine, Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem sorgt man für eine ausreichende Zufuhr von Salz, was gerade dann wichtig ist wenn man viel schwitzt. Das Dörrfleisch hat auch noch weiter Vorteile: Es ist bei richtiger Zubereitung viele Wochen lang haltbar und wiegt kaum etwas (weil ja das ganze Wasser entzogen wurde). Also ideal für mehrtägige Alpencross-Touren.
Hinweis: Da es sich ja um getrocknetes rohes Fleisch handelt, ist eine sorgfältige Zubereitung besonders wichtig. Damit sich keine Keime (Kolibakterien, Salmonellen) auf dem Fleisch vermehren können, müssen vorher die Hände gründlich gewaschen werden. Auch die Kühlkette des Fleisches sollte möglichst kurz unterbrochen werden. Bei Verletzungen an der Hand keinesfalls das Fleisch anfassen, weil es sonst zu einer gefährlichen Vermehrung schädlicher Bakterien kommen kann.
Zutaten:
- 500g Rind- oder Wildfleisch (kein Schwein) als Filetsteak mit möglichst geringem Fettanteil
- 4 Esslöffel Sojasauce
- 6 Esslöffel Essig (z.B. Balsamico)
- 2 Teelöffel Zucker
- 4 Teelöffel Salz
- 2 Esslöffel Knoblauchgranulat (alternativ 4 Zehen Knoblauch)
- Pfeffer, Chili
- Weitere getrocknete Gewürze nach Gusto (z.B. Koriander, Curry, Cumin, Kurkuma etc.)
- Keinesfalls Öl verwenden (das wird mit der Zeit ranzig)!
Zubereitung:
- Fleisch falls nötig von Sehnen und Fettresten befreien und dann einfrieren.
- Restliche Zutaten zu einer Marinade pürieren.
- Die Marinade schmeckt extrem intensiv und salzig, davon nicht irritieren lassen!
- Das gefrorene bzw. leicht angetaute Fleisch gegen die Faser (!) in 3-5 mm dünne Scheiben schneiden.
- Danach sofort in einen Gefrierbeutel geben und mit der Marinade bedecken.
- Möglichst alle Luft aus dem Gefrierbeutel pressen und diesen luftdicht verschließen.
- Marinade durch vorsichtiges Kneten gleichmäßig im Beutel verteilen.
- Das Fleisch über Nacht (mindestens 8 Stunden) im Kühlschrank marinieren.
- Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und möglichst viel Marinade aus dem Beutel pressen bzw. herauslaufen lassen.
- Fleisch möglichst gut von der Marinade befreien (Küchentücher sind ideal geeignet). Je trockener das Fleisch, desto schneller geht das Dörren!
- Nun wird das Fleisch möglichst schonend (idealerweise bei 40-50°C) gedörrt. Je schonender man dabei vorgeht, desto weniger zäh ist es hinterher! Das Fleisch kann im Backofen getrocknet werden (ein Dörrgerät wäre noch besser geeignet).
- Beim Trocknen im Backofen, Fleisch gleichmäßig auf dem Rost verteilen.
- Boden des Backofens mit Alufolie auslegen.
- Rost in den Backofen geben und die Temperatur auf ca. 40°C einstellen.
- Kochlöffel in die Backofentür klemmen, damit diese einen kleinen Spalt geöffnet bleibt und die Feuchtigkeit entweichen kann.
- Das Fleisch bleibt nun etwa 8-10 Stunden im Backofen.
- Das Dörrfleisch ist fertig, wenn es so trocken ist, dass man keine weichen Stellen mehr fühlt. Ich mag es sogar so trocken, dass man es leicht zerbrechen kann.
- Das Dörrfleisch muss nun vollständig auskühlen, bevor man es für die Lagerung in Gefrierbeutel verpackt und luftdicht verschließt.
Haltbarkeit:
Gut getrocknetes Dörrfleisch hält luftdicht verpackt bei Zimmertemperatur mindestens 3 Monate. Nach einigen Wochen kann sich ein weißer Belag bilden, bei dem es sich aber in der Regel nicht um Schimmel, sondern um Salz handelt. Diese Angaben setzen natürlich eine einwandfreie Verarbeitung voraus und sind ohne Gewähr!














