Gedanken zur Digitalkamera-Aufrüstung

Wieder einmal denke ich über eine Aufrüstung meines Kamera-Equipments nach. Ich verfolge seit einiger Zeit die Entwicklungen am Digitalkamera-Markt, da meine Canon Powershot G12 doch ein paar Schwächen hat, die mich stören. Zum Einen wäre da natürlich die Video-Qualität, die mit einer eher mäßigen HD-Auflösung nicht das bietet, was heute üblich ist. Selbst meine GoPro HD Hero2 macht schärfere HD-Videos als die G12. Zum Anderen ist die Bildqualität für eine Kompaktkamera zwar verhältmismäßig gut, aber besonders bei schlechten Lichtverhältnissen stören mich dann doch die stark nachlassende Qualität und das starke Bildrauschen. Ein weiterer Punkt, der mich bei der G12 richtig nervt ist, dass die Kamera sehr langsam ist. Vom Einschalten bis zum ersten Foto vergehen mindestens 5 Sekunden. Bei Serienbildern schafft sie mit aktivem AF nicht mal 1 Bild pro Sekunde, mit festen Fokus schafft sie 2 Bilder pro Sekunde, wenn man im RAW-Format fotografiert sinkt die Geschwindigkeit wieder sehr. Auch im Videomodus kommt die Kamera über 24 Frames pro Sekunde im HD-Modus nicht hinaus. Dadurch wirken Bewegungen und Schwenks oft sehr ruckelig, Zeitlupen sind nicht sinnvoll machbar. Auch fehlt mir eine Buchse für ein externes Mikrofon, das besonders bei Sprachaufnahmen sehr nützlich wäre.
Was mir bei der Powershot G-Serie schon immer gut gefallen hat, war das Handling. Die Kamera verfügt über die nötigen Einstellräder, so dass man z.B. ISO-Änderung, Belichtungskorrektur oder Programmmodus mit einem Griff anpassen kann, ohne sich erst durch viele Menüs tippen zu müssen. Auf das schwenkbare Display würde ich auch nur ungern verzichten. Auch die Unterstützung des RAW-Formates ist für mich sehr wichtig geworden. Für einen Bildbearbeitungs-Freak ist das ideal, weil man viel mehr Möglichkeiten hat, die Bildqualität im Nachhinein maßgeblich zu verbessern. Allein die Farbtiefe von 12 Bit (anstatt 8 Bit bei JPG) hat riesige Vorteile, weil dadurch der Dynamikumfang des Bildes extrem erhöht wird.

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Da ich in 2013 wieder ein ausgefallenes Mountainbike-Abenteuer plane, möchte ich dieses natürlich angemessen dokumentieren. Was liegt also näher, mir die Alternativen zur G12 einmal näher anzusehen. Die G15 bietet keine wirkliche Verbesserung, immer noch ein kleiner Sensor, immerhin nun Full HD, jedoch auch nur mit 24 fps, dafür kein schwenkbares Display mehr. Die Powershot G1 X sieht da schon etwas besser aus. Der Sensor hat sich deutlich vergrößert, was der Bildqualität zu gute kommt. Schwenkdisplay, akzeptabler Zoombereich, gutes Handling. Passt eigentlich im Großen und Ganzen. Wenn da nicht wieder das Geschwindigkeitsproblem wäre. Die Kamera ist immer noch erschreckend lahm und bietet auch bei Videos nur 24 fps. Da ist die Konkurrenz schon viel weiter. Für die Systemkamera Canon EOS M gilt ungefähr das gleiche: Im Grunde eine tolle Kamera, aber viel zu langsam. Bei den Kompaktkameras wäre die Sony RX 100 technisch die beste Wahl. Sie hat einen relativ großen Sensor, gute Videofunktionen und alles was ich brauche, doch leider fehlt ihr das Schwenkdisplay und ein Mikrofoneingang.

Nach etlichen Vergleichen war mir klar, dass ich für meine gehobenen Ansprüche eine so genannte Systemkamera benötige. Das sind Kameras, deren Bildsensoren an die Qualität von Spiegelreflexkameras herankommen, aber dennoch ein recht kleines Gehäuse haben. Außerdem haben sie Wechselobjektive. Die Bildqualität dieser Kameras übertrifft die der Kompaktkameras deutlich. Besonders das Fotografieren bei schwierigen Lichtbedingungen ist damit perfekt möglich. Ich habe die aktuellen Systemkameras Sony NEX-6, Sony NEX-7, Panasonic Lumix GH3, Nikon 1 V2 und Canon EOS M genau verglichen. Das sind meiner Meinung nach im Moment die besten Modelle für meinen Einsatzzweck. Kurz zusammengefasst:

  • Canon EOS M: Gute Kamera, großer ASP-C-Sensor mit 22,2×14,8 mm, kein Schwenkdisplay, kein eingebauter Blitz, zu langsam.
  • Nikon 1 V2: Sehr gute Kamera, schnell, Full HD mit 60 fps, aber kein Schwenkdisplay und ein etwas kleiner CX-Sensor mit 13,2×8,8 mm.
  • Panasonic Lumix GH3: Super Videoqualität. Anfangs mein Favorit. Recht niedrige Displayauflösung von nur 614.000 Pixeln. Sensorgröße mit Micro-Four-Thirds (17,3×13,0 mm) im Mittelfeld. K.O.-Kriterium: Fast so schwer, groß und sperrig wie eine Spiegelreflexkamera.
  • Sony NEX-7: Großer ASP-C-Sensor mit 23,5×15,6 mm und 24,7 Megapixeln. Schnell, Top-Bildqualität, Full HD mit 50 fps, handlich.
  • Sony NEX-6: Neuestes Modell von Sony, fast identisch zur NEX-7. Allerdings nur 16,1 Megapixel und leider kein Standard-Anschluss für ein externes Mikro. Dafür verbesserte Bildqualität, schnellerer Autofokus und WLAN-fähig.

Die Sony NEX-6 hat zwar den Nachteil, dass man nur ein Originalmikrofon von Sony draufstecken kann, aber dafür wurde sie technisch und bei der Bedienung etwas weiterentwickelt. Die 24 Megapixel der NEX-7 würden sowieso nur hochwertige Festbrennweiten auflösen können, ist somit für mich also kein wichtiges Kriterium. Die Foto- und Filmeigenschaften der NEX-6 sind hervorragend, außerdem ist das Gehäuse klein und praktisch. Das 16-50 mm Zoomobjektiv ist ebenfalls erstaunlich klein und perfekt geeignet für die Dokumentation einer Bergreise. Sollte ich mal ein Teleobjektiv brauchen, könnte ich das ja später immer noch nachrüsten.

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