COVID-19: Stehen Ausgangssperren in Deutschland bevor?

Seit Mitte der Woche ist ganz Italien zum Sperrgebiet erklärt. Man kann davon ausgehen, dass uns Ähnliches in Deutschland oder Österreich kurz bevorsteht. Um zu verstehen, was das konkret für uns bedeuten könnte, lohnt sich ein Blick über die Grenze nach Italien:

Es herrscht derzeit in Italien eine Ausgangssperre. Das bedeutet, dass das Haus nicht verlassen werden darf, es sei denn es ist unbedingt notwendig, wie z.B. zum Einkaufen oder um in die Arbeit zu gehen. Menschenansammlungen sind sowieso längst tabu. Italien greift konsequent durch, weil Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen kurz vor dem Kollaps stehen. Durch die extreme Auslastung sind Ärzte oft sogar dazu gezwungen zu entscheiden, wen man sterben lässt und wen man noch behandelt. Das ist tragisch!

Aus dieser Perspektive muten profane Fragen in Bezug auf unsere Freizeitgestaltung fast zynisch an. Dennoch ist es interessant, sich darüber Gedanken zu machen.

In Italien wird die Ausgangssperre von Polizei und teils vom Militär erzwungen. Man muss man einen ausgefüllten Vordruck in zweifacher Ausführung mit sich führen, wenn man das Haus verlässt (ähnlich wie ein Passierschein zu Kriegszeiten). Darin muss der Grund für den Ausgang erläutert werden, wie z.B. Einkaufen. Ein Exemplar wird zum Zwecke von Kontrollen abgestempelt und einbehalten. Verstößt man dagegen oder macht Fehlangaben, drohen eine Strafanzeige, sowie ein Bußgeld in Höhe von 200 EUR. In Italien wurden schon mehrere tausend Menschen erwischt und entsprechend bestraft. DAS IST REALITÄT!

Freizeitaktivitäten im Freien sind somit nicht mehr möglich. Diese Einschränkung gilt nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr, sondern auch um das Unfallrisiko gering zu halten, da die Krankenhäuser bereits überlastet sind. Das bedeutet konkret: Keine Ausflüge mehr, nicht mehr Joggen oder Radfahren, keine Spaziergänge oder Besuche mehr.

Erste Ortschaften in Tirol/Österreich (St. Anton und Paznauntal) wurden heute unter Quarantäne gestellt. In Spanien wurde ganz Katalonien zur Sperrzone erklärt. In Deutschland bleiben die meisten Schulen in den nächsten drei Wochen bis zu den Osterferien geschlossen. Weitere Maßnahmen werden folgen.

Wir sollten uns auf solch eine Situation vorbereiten, denn auch in Deutschland und Österreich stehen wir vor einem ähnlichen Problem. Ärzte, Krankenhäuser und Pflegepersonal sind in keinster Weise auf solche eine Epidemie vorbereitet, wie schon vielfach vom betroffenen Personal kritisch geäußert wurde. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis es auch bei uns zu einschneidenden Maßnahmen kommen wird. Wir müssen uns darauf einstellen, in den nächsten Monaten möglicherweise keine Reisen antreten zu können, in der Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt zu werden und sogar unsere Verwandten und Freunde nicht mehr besuchen zu können. Trotzdem hoffen wir, dass es nicht so weit kommen wird und alles viel glimpflicher ausgeht, als es derzeit scheint.

Wir sehen uns auf dem Trail (solange es noch geht)!

(P.S.: Ein herzlicher Dank an UncleHo aus Trentino, der interessante Informationen aus dem Krisengebiet geliefert hat!)

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3 Antworten

  1. Beni sagt:

    nun auch in AT Ausgangssperren! Alle Geschäfte seit heute geschlossen außer Supermärkte und Apotheken. Ich glaub du hast recht, D ist leider träge aber ihr werdet nicht drum herum kommen. Man hätte schon viel früher durchgreifen müssen…

  2. Sabine sagt:

    Ich hoffe dir geht’s gut …

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