Alpencross 2018 Tag 3

Etappe 3: Leogang – Asitz – Saalbach – Zell am See – Lend – Bad Gastein
Länge: 55 km
Gesamtanstieg: 1520 Hm
Gesamtabstieg: 2050 Hm


Aufgrund unserer Etappenänderung hatten wir beschlossen, heute bis Bad Gastein zu kommen und die Überquerung des Alpenhauptkammes am Folgetag in Angriff zu nehmen. Nach einem mäßig guten Frühstück, über das wir aber wegen der niedrigen Übernachtungskosten nicht meckern konnten, rollten wir die paar Meter zur Asitzbahn. Hier zeigte sich, dass Leogang mit seiner Worldcup-Downhillstrecke ein Mekka für Downhillbiker ist. Die Anlage steht im Sommer ganz im Zeichen des Bergabradelns.

Bei der Seilbahnfahrt konnte man von oben Teile der anspruchsvollen Abfahrt bestaunen. Hier hätte ich es zu gerne einmal krachen lassen, aber unser Zeitplan ließ leider keinen Raum für solche Abstecher. Wir wollten schließlich in erster Linie die Alpen überqueren. Vom Gipfel nahmen wir den Singletrail zur Schönleitenhütte, der erst einmal etwas bergab ging und später etwa 100 Hm hoch zur Hütte.

Es folgte ein isohypsiger Trail, genannt “Big 5 Challenge” (warum auch immer), von dem wir später abzweigten und einen Almwiesenweg nach unten nahmen, um zur so genannten “Milka Line” zu kommen. Unterwegs trafen wir einen anderen Downhillbiker, der ebenfalls nach Saalbach abfahren wollte.

Bei der “Milka Line” handelt es sich um einen Flowtrail, der sich in vielen Kurven und wenig anspruchsvoll direkt bis nach Saalbach ins Tal windet. Dieser Trail macht schon viel Spaß, man kann (und sollte) ihn zügig fahren, um an den zahlreichen kleinen Tables ein paar Sprünge mitnehmen zu können.

Allerdings ist der Zustand des Trails nicht besonders gut. Die Anlieger sind nicht gut gebaut und der Trail ist voller Bremswellen. Man könnte aus der Strecke also wesentlich mehr herausholen. Zum Downhillbiken ist man in Hinterglemm sicher besser aufgehoben. Dort gibt es am Reiterkogel und Zwölferkogel richtig gute Freeride-Strecken.

Nach der schnellen Downhill-Flowfahrt nahmen wir von Saalbach den Radweg, der durchs Glemmtal parallel zur Bundesstraße nach Maishofen führt. Bei dem ständigen Gefälle kamen wir flott voran und waren schnell unten im Tal. Von dort war es nicht mehr weit bis zum Zeller See und zum Bahnhof Zell am See.

Aus der eigentlich geplanten Bahnfahrt bis Bad Gastein wurde nichts, da bis Bad Gastein nur der Eurocity fährt, der Fahrräder nur bei vorheriger Reservierung mitnimmt. Servicewüste Bahn, keine Überraschung hier! Also beschieden wir uns mit der Regionalbahn bis Lend und mussten halt bis Bad Gastein aus eigener Kraft kommen. Auch kein Problem.

Als wir am Nachmittag im Kurort Bad Gastein, der vor 1000 Jahren interessant in die umliegenden Steilhänge des Gasteinertals gebaut wurde, angekommen waren zogen schon dunkle Wolken auf und es begann vereinzelt zu tröpfeln. Da der Tag ansonsten sonnig bis leicht bewölkt gewesen war, hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter gehabt. Die Quartiersuche verlief unerwartet unkompliziert, schon beim dritten Versuch hatten wir eine bezahlbare Pension gefunden.

Was tun mit dem angebrochenen Tag? Ja richtig, Bad Gastein ist ein Kurort und wir waren am Herweg an der einladenden “Felsentherme” vorbeigekommen. Es sprach nichts gegen ein bisschen Wellness, also ab in den Vitaltempel! Während draußen ein Gewitter tobte und starker Regen niederging, genossen wir drinnen drei Stunden lang das Schwimmbad, die Sauna, diverse Aufgüsse, Kaltwasserbecken, Warmwasserbecken, Dampfbäder und Wasserrutschen.

Danach verließen wir tiefenentspannt die Therme und machten uns mit brüllendem Hunger auf die Suche nach etwas Essbarem. Wir fanden beim Bahnhof eine etwas heruntergekommene Dönerbude, doch die Döner, Böreks und Falafeln mundeten sehr. Ein halber Liter Eis pro Person rundete die Sache kulinarisch ab und man kann sich vorstellen, dass wir danach den Schlaf der Gerechten schliefen.

volle Distanz: 80.4 km
Maximale Höhe: 1825 m
Gesamtanstieg: 2354 m

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