Vorbereitung, Installation und Nutzung des Garmin eTrex GPS

Wie der Leser meiner Website weiß, bevorzuge ich für die Navigation am Mountainbike das GPS-Gerät Garmin eTrex 20 bzw. 20x. Ich möchte hier kurz erläutern, wie man das Navi mit Kartenmaterial bestückt, womit man Routen planen kann und wie man diese auf das Gerät lädt. Außerdem gibt es noch ein paar Tipps für das Garmin eTrex 20. Für den Neuling in diesem Thema sollte das eine große Hilfe sein.

Garmin eTrex 20  /eTrex 20x

Dieses Gerät ist mein absoluter Favorit, obwohl es auf den ersten Blick wenig modern erscheint. Es hat ein kleines Display und keine der heute üblichen Gadgets wie Verbindung zum Smartphone, eingebaute Kamera, Höhenprofil oder Touchscreen. Auch reagiert es etwas träge, wenn man darin herumscrollt oder zoomt, weil der Prozessor nicht besonders leistungsfähig ist. Gerade darin liegt jedoch meiner Meinung nach der Vorteil, denn es zeichnet sich durch eine hohe Batterielaufzeit aus. Das Display ist klein und auch unbeleuchtet gut ablesbar. Große beleuchtete Displays verbrauchen viel Strom, genauso wie starke Prozessoren. Es ist handlich und sehr robust. Mehr als einem geplanten Track nachfahren mache ich damit nicht, und dafür ist es bestens geeignet. Ein Satz neuer Batterien hält beim Alpencross  etwa 3 Tage durch (ich schalte es auf Strecken, wo ein Navi unnötig ist, auch mal aus). Im Dauereinsatz kann man das Gerät mit frischen Batterien ca. 15 Stunden lang betreiben. Man kann auch Akkus verwenden, wenn man nur Tagestouren macht. Einen Vergleich der gängigen Geräte findet man hier in meinem Blog.

Seit einiger Zeit ist nur noch das Garmin eTrex 20x erhältlich. Was ist der Unterschied zum Vorgänger? Im Grunde wurde nur die Display-Auflösung erhöht. Dafür ist das Display jedoch geringfügig dunkler. Hier zwei Fotos zum Vergleich:

Helligkeitsvergleich eTrex 20/20x bei unbeleuchtetem Display

Vergleich der Displayauflösung vom eTrex 20/20x

Geräteeinstellungen

Zunächst sollte man dafür sorgen, dass die aktuelle Firmware auf das Gerät installiert ist. Beim eTrex war die Firmware vor Version 2.30 fehlerhaft und das Navi hat nicht richtig funktioniert. Also bei einer Softwareversion niedriger als 2.30 unbedingt die Firmware aktualisieren! Das Update kann man über Garmin BaseCamp installieren (aktuelle Version Stand Juni 2017 ist 2.50).

Als nächstes macht man sich mit den Funktionen des Gerätes vertraut. Ich klicke mich dabei erst einmal durch alle Menüs, schaue alle Einstellungen durch und ändere das, was sinnvoll erscheint. Bei Einstellungen, deren Bedeutung mir unklar ist, schaue ich im Benutzerhandbuch nach. Die wichtigsten Einstellungen (erreichbar über „Einstellungen“ im Hauptmenü) waren für mich folgende:

  • System
    Satellitensystem: GPS (Es verbessert die Akkulaufzeit, wenn man das russische Glonass-System nicht aktiviert.)
    WAAS: Aus
  • Anzeige
    Beleuchtungsdauer: 15 Sekunden
    Farben: Modus – Auto (Zu einer bestimmten Uhrzeit wird auf Tag- bzw. Nacht-Farbschema umgeschaltet. Die Farbschemata lassen sich hier auch verändern.)
  • Karte
    Ausrichtung: Fahrtrichtung
    Datenfelder: 2 (klein)
    Erweiterte Karteneinstellungen: Autom. Zoom – Aus, Textgrösse/Benutzer-Wegpunkte – Mittel
    Karteninformationen: Worldwide DEM Basemap – Deaktiviert, VeloMap – Aktiviert
  • Tracks
    Trackaufzeichnung: Nicht aufzeichnen (Nur für den Zeitraum, in dem man einen Track mitloggen will – Aufzeichnen)
    Intervall: Seltener (für grobe Aufzeichnung), Normal (für genauere Aufzeichnung)
    Automatisch archivieren: Wenn voll
  • Seitenfolge
    Hauptmenü – Reisecomputer – Karte
  • Uhrzeit
    Zeitformat: 24 Stunden
    Zeitzone: Automatisch

In der Reisecomputer- und Kartenansicht des eTrex kann man die angezeigten Datenfelder nach eigenem Geschmack anpassen, indem man auf dem Gerät den „menu“-Knopf drückt. Über den gleichen Knopf kann man die Menüpunkte im Hauptmenü umsortieren bzw. löschen. Der wichtigste Menüpunkt ist „Track-Manager“, weil man dort die gewünschte Route auswählt und aktiviert. Der sollte also ganz oben stehen.

Installation von Karten

Um Karten oder Routen auf das Navi zu installieren, schließt man es über USB am Computer an. Es kann ca. 30 Sekunden dauern, bis der Treiber geladen ist und das Gerät vom Computer erkannt wird. Man sollte also geduldig sein.

Ich bevorzuge für mein Garmin GPS-Gerät Karten, die auf der freien OpenStreetMap basieren. Die Karten enthalten unheimlich viele Informationen, werden ständig aktualisiert und man findet selbst die abgelegensten Pfade (wenn man nicht allzu exotische Länder bereist). Außerdem sind sie kostenlos. Da können die gekauften Karten in der Regel nicht mithalten. Es gibt zum Beispiel die Open-Source-Karten VeloMap oder OpenMTBMap. Beide basieren auf den gleichen Daten der OpenStreetMap und unterscheiden sich nur in der Darstellung. Ich finde die VeloMap etwas aufgeräumter und übersichtlicher. In der OpenMTBMap sind dutzende verschiedene Wegtypen unterschiedlich gekennzeichnet, was ich sehr verwirrend finde. Die VeloMap ist besser geeignet, wenn man einem geplanten Track nachfährt. Die OpenMTBMap ist besser, wenn man ohne Track einfach spontan die Gegend erkunden will.

Vergleich VeloMap / OpenMTBMap

Man lädt sich also das gewünschte Kartenpaket herunter. Ich verwende die VeloMap Alps (knapp 1,7 GB), die den gesamten Alpenraum inklusive Südbayern enthält. Nach dem Download werden die Karten einfach auf den Computer installiert. Dabei kann man noch entscheiden, ob man die Höhenlinien integrieren möchte (empfehlenswert!) und das zum Gerät passende Layout wählen.

Download und Installation der VeloMap bzw. OpenMTBMap

Um die Karten auf das Garmin-Gerät zu bringen, benötigt man die Anwendung Garmin MapInstall. Diese kann man direkt bei Garmin kostenlos herunterladen. Wenn man außerdem ein Firmware-Update seines Navis durchführen möchte (dazu später mehr) sollte man stattdessen die Software Garmin BaseCamp bei Garmin herunterladen, denn diese enthält eine Update-Funktion für das Gerät. MapInstall ist in BaseCamp enthalten und muss dann nicht extra installiert werden.

Für die Installation einer Karte muss das Garmin-Gerät am Computer über USB angeschlossen sein. Es kann etwa 20 Sekunden dauern, bis der entsprechende Treiber aktiviert ist und das Gerät erkannt wird. Danach startet man MapInstall (bzw. Basecamp). Dort sollte nun das Garmin-Gerät als verbunden angezeigt werden. Man wählt die zu installierende Karte aus und fährt fort. Die Installation der Karte kann etwas dauern, da die Daten nun per USB auf das Garmin-Gerät übertragen werden. Die Installation der Velomap Alps dauert z.B. eine knappe Stunde, da die Karte fast 1,7 GB groß ist. Die Akkus/Batterien vom Garmin sollten also nicht fast leer sein.

Hinweis: Seltsamerweise setzt die Installation von BaseCamp auf Windows den Media Player 11 voraus. Keine Ahnung, welcher Schwachmat sich das hat einfallen lassen, aber der Media Player ist in Windows 10 nicht mehr enthalten und außerdem für BaseCamp völlig irrelevant. Mit einem Trick kann/muss man diese Hürde umgehen. Dazu einfach mit einem gängigen Entpackungsprogramm die Installationsdatei entpacken und dann die Datei BCMain.msi ausführen. Dann wird BaseCamp ganz normal installiert.

Installieren der VeloMap/OpenMTBMap auf das Garmin Navigationsgerät

Das Garmin eTrex hat einen internen Speicher von 2 GB, das sollte also für die Alpenkarte und ein Bundesland ausreichen. Die Tracks (GPX-Dateien) sind im Verhältnis so klein, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Falls die 2 GB nicht ausreichen sollten, kann man den Speicher erweitern und in das Gerät eine Speicherkarte einstecken.

Batteriefach mit Speicherkarten-Steckplatz beim Garmin eTrex 20

Erstellung und Installation von Routen

Wenn das Kartenmaterial auf dem GPS-Gerät ist, geht es an die Routenerstellung. Dafür gibt es eine Vielzahl von Tools. Garmin BaseCamp, das man eventuell ohnehin installiert hat, enthält ein Planungstool, das mir aber überhaupt nicht gefällt. Ich bevorzuge das Online-Planungstool GPSies.com. Dabei handelt es sich um eine Website, bei der man Routen erstellen, abspeichern, verwalten, bearbeiten und teilen kann. Der Vorteil im Vergleich zu anderen Planungswerkzeugen ist, dass es komfortabel zu bedienen ist, man verschiedene Kartentypen anzeigen kann, die Routen sehr gut verwalten und sortieren kann, ein Export und Import von Routendateien (z.B. GPX) möglich ist. Es hat sogar eine Routing-Funktion („Wegen folgen“), die sehr gut funktioniert. Dabei werden zwar ziemilch viele Wegpunkte gesetzt; man kann sie aber verringern, indem man hinterher die Strecke glättet.

Online-Planungstool für Routen GPSies.com

Hat man die Route erstellt, lädt man sie einfach als GPX-Datei herunter und kopiert sie auf das GPS-Gerät in den Ordner Garmin\GPX\Nav. Dabei ist zu beachten, dass das Garmin eTrex mit Umlauten und Sonderzeichen nicht zurechtkommt. Man sollte diese beim Benennen von Wegpunkten also vermeiden und auch den Dateinamen entsprechend wählen. Man muss den Track dann nur noch auf dem Gerät aktivieren („Auf der Karte anzeigen“). Bevor man eine Tour beginnt, sollte man sicherheitshalber zuhause überprüfen, ob der Track auch richtig angezeigt wird.

Übrigens, das Gerät kann bis zu 200 Routen speichern und Routen mit bis zu 10.000 Punkten verarbeiten. Normalerweise hat aber eine vernünftig geplante Route niemals so viele Punkte. Selbst meine Alpencross-Routen kommen nur auf insgesamt maximal 3.500 Punkte.

Montage und Verwendung des Gerätes

Im Idealfall wird man das GPS-Gerät am Vorbau des Mountainbikes befestigen. Sehr gut geeignet ist die mitgelieferte Fahrradhalterung. Wenn man mehrere Fahrräder hat, kann man sich für ein paar Euro bei Amazon eine zusätzliche Halterung bestellen. Am Vorbau hat man das Navi am besten im Blick und es ist einigermaßen gut geschützt, falls man stürzen sollte. Man muss jedoch ausprobieren, ob das Navi dort hinpasst. Bei kurzen Vorbauten kann das schwierig oder unmöglich sein. Auch bei meinem Vorbau (10 cm) war es nötig, ein 3 mm dickes Gummistück zu unterlegen, weil sonst die Lasche zum Lösen des Navis nicht mehr richtig heruntergedrückt werden konnte. Ein wenig Bastelei kann also nötig sein.

Montage des eTrex am Vorbau mit der Fahrradhalterung

Ansonsten kann man das Gerät natürlich problemlos am Lenker befestigen, wo es jedoch mehr exponiert ist. Auch die Montage am Oberrohr des Fahrrades ist eventuell möglich. Man muss einfach ausprobieren, wo es am eigenen Fahrrad am besten passt. Beim Einschieben in die Halterung muss das Gerät fest einrasten. Ich empfehle, immer das Gerät zusätzlich mit der Handschlaufe am Lenker zu sichern, für den Fall dass es bei besonders ruppigen Fahrten oder beim Sturz aus der Halterung gerissen wird.

Montage des Navi am Oberrohr

Wenn man das Navi einschaltet, sollte man nicht sofort losfahren sondern abwarten, bis das Navi eine Satellitenverbindung hergestellt hat. Man wählt die Route im Track-Manager, selektiert „Karte anzeigen“ und klickt dann „Go“. Die Route wird dann als dicke violette Linie angezeigt. Man kann übrigens noch andere Routen (z.B. Varianten) auf der Karte einblenden (Track-Manager/ „auf Karte anzeigen“), die dann als rote Linie dargestellt werden. Dann wählt man noch die passende Zoomstufe (ich fahre meistens in der Stufe 50m, 80m oder 120m). Und es kann losgehen!

Standardmäßig ist das Navi immer auf die eigene Position zentriert, d.h. beim Fahren bewegt sich die Karte unter dem Positionspfeil weg. Auf diese Weise kann man einer Route bequem nachfahren. Wenn man auf der Karte mit dem Mini-Joystick herumscrollt, ist diese automatische Zentrierung jedoch deaktiviert. Mann muss dann auf den „back“-Knopf drücken, damit sich die Karte wieder automatisch auf die eigene Position zentriert, was für das Fahren natürlich unerlässlich ist. Bei der Verwendung der Zoomknöpfe bleibt die Auto-Zentrierung aktiv, man kann also problemlos während der Fahrt die Zoomstufe verändern.

Macht man eine Trackaufzeichnung, sollte man die gespeicherten Tracks regelmäßig im Track-Manager umbenennen und archivieren, damit man nicht den Überblick verliert.

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5 Antworten

  1. Anonymous sagt:

    Danke!!!! Das ist alles super gut erklärt und hilft einem Neueinsteiger in Sachen Garmin Navigation extrem weiter. Eine tolle Idee von Dir, mal einen Beitrag darüber zu schreiben. ☺

  2. Anonymous sagt:

    Noch eine Ergänzung zu Deinem Artikel, wenn ich darf: Man muss die Tracks, die man nachfahren möchte, in dem von Dir benannten Ordner in den Unterordner ‚NAV‘ legen (es gibt auch ‚Current‘ und ‚Archiv‘), ansonsten kann man die Tracks zwar in der Karte anzeigen lassen, aber das Starten der Navigation klappt nicht. Erst wenn man die Track dorthin legt, dann in der Karte anzeigen lässt, erscheint das ‚GO‘ um die Navigation zu starten. Das mag vielleicht für alte Hasen wie Dich eine Selbstverständlichkeit sein, aber für einen Newbie wie mich war es eine relevante Information und vielleicht hilft es ja jemand anderem auch noch.
    (Der MediaPlayer war bei mir übrigens kein Problem)
    Nochmal Danke für Deine ausführlichen Erläuterungen, vor allem die detaillierte Auflistung der Einstellungen war sehr hilfreich.

    • Gletschersau sagt:

      Danke für den Hinweis! Es geht aber auch ohne das Unterverzeichnis „Nav“, ich hab’s ausprobiert.
      Wenn du ein Update von Windows 7 gemacht hast, ist der Media Player wahrscheinlich erhalten geblieben. Bei einer Neuinstallation ist er nicht drauf.

  3. carstenroe sagt:

    Deine Erklärung helfen mir weiter. Hast Du auch gedruckte Karten auf Deinen Touren mit oder hilfst Du dir nur mit dem Smartphone weiter um z.B. eine Ausweichroute zu finden ? Wenn ja: Wie druckt man aus Openstreet oder VeloMap Kartenausschnitte aus ?

    • Gletschersau sagt:

      Ich habe immer auch gedruckte Kartenausschnitte dabei. Entweder als Kopie von einer Wanderkarte, oder eine im Grafikprogramm zusammengefummelte Onlinekarte.

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