Wie alles begann…

Wie man hier nachlesen kann, habe ich diverse Fahrräder schon seit meiner Kindheit für halsbrecherische Aktionen missbraucht. Mein erstes richtiges Mountainbike habe ich mir jedoch erst im Jahr 1991 von meinem hart ersparten Geld geleistet.

Nachdem ich auf meiner ersten vierwöchigen Offroad-Tour mit meinem besten Freund Marcus entlang der Küste Griechenlands mein Puch Dreigangrad an seine Grenzen gebracht und anschließend ein so genanntes „All Terrain Bike“ mit Fünfgangnabe von Wheeler in den fränkischen Wäldern zu Schrott gefahren hatte, war es Zeit für den Wechsel in eine neue Bike-Klasse. Ein Fahrradhändler in Nürnberg hatte ein brandneues Mountainbike von Winora mit stylischer Lackierung im Angebot. 1100 DM hat das Teil damals gekostet. Hochmodern mit Alurahmen, Cantilever-Bremsen, einer Shimano Deore DX Schaltung und natürlich ohne jegliche Federung fühlte ich mich endlich ordentlich gerüstet für das Gelände.

1991 in Griechenland (Peloponnes)

Seinen ersten richtigen Einsatz hatte das Bike auf meiner zweiten Tour durch Griechenland. Dafür wurde es von mir mit einem Gepäckträger, pannensicheren Schwalbe Marathon Reifen und einer Beleuchtung (!) ausgestattet. Letztere hat jedoch nie zuverlässig funktioniert und wurde unterwegs entsorgt.

Auch 1991 habe ich mein Bike schon getragen.

Das Fahrrad hat sich als äußerst robust erwiesen und mir über viele tausend Kilometer treue Dienste geleistet. Der Carbonlenker war damals höchst innovativ und der letzte Schrei. Man beachte auch den modischen Überzug für den Ledersattel!

Die Erlebnisse in Griechenland waren so einzigartig und prägend gewesen, dass ich 1992 eine weitere Reise in das Land der Drachme, des Ouzos und der freundlichen Menschen unternommen habe. Da ich meinen ersten Reisepartner an eine attraktive Griechin verloren hatte, konnte ich meinen Freund Holger als Begleiter gewinnen.

Mit ausreichend Ouzo im Flaschenhalter wird die Sitzposition beim Downhill-Biken irrelevant.

Wir hatten auch auf dieser dritten und einige Jahre später einer vierten Griechenlandreise offensichtlich eine Menge Spaß. Ein Jahr später verlor ich dann das tolle Bike und ein paar Zähne bei einem Unfall. Das Auto mit dem Fahrer, der es sehr eilig hatte, erwies sich einfach als stärker und mein Mountainbike war schrottreif.

Es folge eine längere Bike-Pause, in der sich meine Freunde und ich primär um Beruf und Karriere kümmerten. Doch 2003 war mir der körperliche Verfall zu extrem geworden und es packte mich wieder. Motiviert durch einen geplanten Alpencross mit einer Gruppe von Freunden schaffte ich mir ein Mountainbike von Bulls mit Federgabel und Shimano XT Komplettausstattung an und begann zu trainieren. Das Bike hat damals als Auslaufmodell knapp über 1000 EUR gekostet.

Mit dem neuen Mountainbike wurden zahlreiche Touren in den Alpen und an der Isar gefahren und es bewährte sich äußerst gut. Leider kam mir kurz vor dem Alpencross ein Bandscheiben-Problem in die Quere und das Team musste ohne mich losziehen. Seitdem hat mich der Wunsch, die Alpen mit dem Fahrrad zu überqueren, nie mehr ganz losgelassen. Auf einer inzwischen nicht mehr existierenden Homepage wurden unsere Aktivitäten dokumentiert. Sie bildete die Vorlage für die erste Gletschersau-Website.

Ich hatte das Bulls Bike jahrelang genutzt, um in die Arbeit zu radeln, was zu starker Korrosion (besonders im Winter) und letztendlich zu einer defekten und durchgerosteten Federgabel, diversen Lagerschäden und einer stark verschlissenen Schaltung geführt hat.

Immerhin 7 Jahre lang hat mich Bulls-Bike begleitet, bevor es reif für den Sperrmüll war und ich mir 2010 mein erstes Fully von Lapierre geleistet habe. 1700 EUR war damals ein stolzer Preis für ein Mountainbike (ebenfalls Auslaufmodell), doch im Vergleich mit den heutigen Preisen ein wahres Schnäppchen. 2010 wollte ich endlich meinen Traum vom Alpencross erfüllen, was nach einigen Hürden (der Reisepartner sprang kurzfristig ab) auch gelang. Obwohl ich mich notgedrungen alleine ins Abenteuer stürzte, war dies eines meiner besten Mountainbike-Abenteuer seit Griechenland gewesen.

Das Lapierre Zesty fahre ich heute noch sehr gern, vor allem nach diversen Umrüstaktionen, die ich auf dieser Homepage ausführlich beschrieben habe. Auf dem Bike fühle ich mich einfach so gut, als wäre es mir auf den Leib zugeschnitten worden. Ich habe deshalb vor, das Bike noch einige Jahre zu fahren.

3 Antworten

  1. Andreas W sagt:

    Da sieht man mal, was man mit einfachen Rädern alles machen kann bzw. konnte. Heute geht unter 160mm Federung und den ganzen anderen „Must-Have“ Teilen ja kein Bordstein mehr 😉
    Du warst ja in Griechenland ganz gut in Form, respekt!

    Danke übrigens für die tollen Beiträge. Deine Videos haben mich Q3 2016 so motiviert, dass ich mir mit dem Ziel Alpencross ein MTB gekauft habe. Seitdem habe ich etwa 1200km Trails abgefahren. Leider habe ich gesundheitlich immer wieder mit kleineren Rückschlägen zu kämpfen, aber aufgeben ist nicht!
    Deine Seite ist für mich sehr wertvoll, da die Qualität deiner Texte und Videos sehr hoch ist und du immer sachlich bleibst. Ich weiß auch, wieviel Arbeit das alles macht.
    Deine Schrauber-Videos und Beiträge haben mir beim Aufbau eines Fullys für meine Frau sehr geholfen und seitdem „rocken“ wir gemeinsam die Trails und besuchen demnächst ein Fahrtechnik-Training. Du solltest allerdings vor dem Rad-Virus deutlicher warnen, denn es macht wirklich süchtig und ist ansteckend. Mittlerweile habe ich sogar meine Kollegen solange genervt, bis ein festen Tag in der Woche ausgemacht wurde um mit den Kollegen nach der Arbeit Trails zu fahren. Diese Gruppe hat sich seit letztem Jahr auch schon verdreifacht und auf meinen Vorschlag wird bei uns das Jobrad eingeführt. Jetzt bekommst du vielleicht eine Ahnung, was du alles „anrichtest“

    Ich denke du hast schon sehr viele Menschen inspiriert und motiviert. Ich lasse dir ein großes DANKE hier.

  2. Matthias Oppacher sagt:

    Servus Andi,

    ich lese jetzt schon seit Jahren deine Artikel und schau mir deine Videos an und ich bin begeistert. 2014 hab ich mir für meinen ersten Alpencross (mit eine Freund zusammen) bereits Tipps auf deiner Seite angeschaut und jetzt wollt ich einfach mal ein Lob zur Seite aussprechen.

    Freundliche Grüße
    Matthias

  3. blackCoffee sagt:

    Immer schön, solche Erinnerungen…..Sehr wertvoll und im Gegensatz zu Higtechvelos nicht für Geld zu kaufen 😉

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